Rettung der Münchner Bierkultur Verein plant ein XXL-Biermuseum in München

Stammtisch der Museumsmacher: Hier feilen Alexander K. Ammer (l.) und Armin Gastl (Mitte) an ihren Plänen für eine riesige Biererlebnis-Welt in München. Foto: MBEM e.V.

Seit fünf Jahren kämpfen Alexander K. Ammer und seine Mitstreiter vom "Münchens Bier Erlebnis und Museum e.V." für eine Biererlebnis-Welt in München. Jetzt haben sie einen konkreten Standort im Visier.

 

München - Bier in München – mal überlegen. Woran denkt man da? Zuallererst wohl an die Wiesn. Allerdings: Ein richtig gutes Aushängeschild für die Münchner Bierkultur sei die nicht, findet Alexander K. Ammer. "Mit wirklichem Biergenuss hat das Oktoberfest jedenfalls schon lange nichts mehr zu tun", sagt der 51-Jährige.

Ammer: "Mit wirklichem Biergenuss hat das Oktoberfest nichts mehr zu tun"

Ammer, Unternehmensberater und Bier-Sommelier, hat vor gut fünf Jahren deshalb den "Münchens Bier Erlebnis und Museum e.V." gegründet, einen Verein, der sich die Rettung der Münchner Bierkultur auf die Fahnen geschrieben hat. Denn das Helle, die Maß, die Biergärten – die ganze Geschichte rund ums Bier, sagt Ammer. "Das erzählt in München leider keiner."

Ammer und seine Kollegen wollen in der Stadt deshalb ein riesiges Biermuseum aufmachen, gerne so groß wie die BMW-Welt. "Ohne Bier wäre München eine andere Stadt geworden", sagt Ammer. Da sei das von den Dimensionen her schon angemessen.

Ammer: "Ohne Bier wäre München eine andere Stadt geworden"

Schön wäre es natürlich, wenn man aus der Schrannenhalle eine solche Bier-Erlebniswelt machen könnte, sagt Ammers Mitstreiter Armin Gastl. Als Chef der Altstadt-CSU würde ihm das schon gut gefallen, so Gastl. Dann sei das Biermuseum nämlich dort, wo es hingehöre, im Herzen der Stadt nämlich. Allerdings: Das sei momentan wohl eher unrealistisch.

Neben der Schranne hat der Museumsverein aktuell jedoch noch ein anderes Objekt im Visier, die ehemalige Materiallagerhalle der Stadtwerke an der Ecke Brudermühl- und Schäftlarnstraße in Sendling nämlich.

Auf dem Gelände soll für die nächsten Jahre zwar der Interimsbau des Gasteigs unterkommen. Auch die denkmalgeschützte Materiallagerhalle ist dabei verplant. "Aber es wäre doch schade, wenn man aus einer so schönen Halle den Garderobenständer für das Ausweichquartier des Gasteigs machen würde", sagt Alexander K. Ammer.

SWM-Materiallagerhalle als zukünftiger Standort für das Biermuseum?

Die Stadtwerke teilen auf Anfrage mit, dass auf dem Gelände derzeit die Interimsnutzung durch den Gasteig absolute Priorität habe. Bis mindestens 2025 sei die Ziegelhalle also belegt. Für die Zeit danach gebe es nur lose Überlegungen. Ob ein Biermuseum dort eine Chance hätte, könne man abschließend derzeit jedoch noch nicht sagen.

Für den Museumsverein ist das an sich kein Problem. Den Initiatoren ist klar, dass man womöglich einen langen Atem braucht. In der Hallertau habe es 30 Jahre gedauert, bis es mit dem Hopfenmuseum geklappt hat, sagt Ammer – und da seien eigentlich alle für das Museum gewesen.

Theoretisch könnten die Museumsfreunde aber sofort loslegen. Ein ausgeklügeltes Konzept gibt es nämlich schon (siehe Grafik). Besucher sollen sich dem Thema Bier mit all ihren Sinnen nähern können. Man soll ein echtes Hopfenfeld durchwandern, verschiedene Malzsorten erriechen und natürlich Bier verkosten können.

Biermuseen sind Publikumsmagnete

Dass das funktioniert, da ist sich Ammer sicher. In anderen Städten sind Biermuseen schließlich auch Publikumsmagneten. Das Heineken-Experience in Amsterdam zum Beispiel: jährlich fast 900.000 Besucher. Oder das Guinness-Storehouse in Dublin: sogar 1,4 Millionen verkaufte Eintrittskarten im Jahr 2015.

Nur einen Geldgeber braucht der Verein noch. Aber da wird man im Münchner Mittelstand schon noch jemanden finden, sagt Unterstützer Armin Gastl. Und vielleicht machen ja auch die Brauereien mit.

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