Respekt und Hilfsbereitschaft Studie über Achtsamkeit: Was macht uns zufrieden?

Eine Frau meditiert im Büro. Achtsamkeit kann in Stress-Situationen helfen. (Symbolbild) Foto: Westend61/Stefan Kranefeld/dpa

Die Bio-Molkerei Andechser Natur hat untersuchen lassen, was die Deutschen zufrieden macht – und welche Rolle dabei die mentale Einstellung spielt.

 

Es kommt nicht besonders häufig vor, dass Journalisten zu Beginn einer Pressekonferenz dazu aufgefordert werden, erst einmal die Augen zu schließen und ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen. Aber mit dieser Achtsamkeitsübung will die Wiener Psychologin Heidemarie Smolka demonstrieren, wie man üben kann, das Hier und Jetzt wahrzunehmen.

Denn das ist für sie die Definition von Achtsamkeit. Und die spiele eine ganz große Rolle für das Glücklichsein, sagte sie gestern in München. Aber sieht das der Rest der Bevölkerung auch so?

Für viele bedeutet Achtsamkeit Respekt und Hilfsbereitschaft

Die Andechser Bio-Molkerei hat zu dem Thema vom Meinungsforschungsinstitut Kantar eine Studie durchführen lassen. Die repräsentative Befragung unter mehr als 5.000 Deutschen untersuchte unter anderem die Frage, welche Rolle Achtsamkeit in ihrem Alltag und bei ihrer Ernährung spielt. Dabei zeigt sich: Die meisten Deutschen beziehen Achtsamkeit auf sich selbst und auf ihr direktes persönliches Umfeld.

So gaben 59 Prozent der Befragten an, dass Achtsamkeit für sie Respekt, Verständnis und Hilfsbereitschaft gegenüber Mitmenschen bedeutet. Auf dem zweiten Platz folgt das Achten auf die eigene Gesundheit (57 Prozent), danach folgen Zeit für Freunde und Familie (55 Prozent). Erst auf dem vierten Platz landet als Interpretation von Achtsamkeit ein verantwortungsvoller Umgang mit Tieren und Natur.

Am wenigsten verbinden die Befragten mit Achtsamkeit materielle und finanzielle Sicherheit (28 Prozent) sowie Entspannungsübungen (17 Prozent).

Besonders wichtig für achtsame Ernährung: Wenig verschwenden

Passend zu diesen Ergebnissen bedeutet für die meisten Befragten, nämlich 64 Prozent, Achtsamkeit im Alltag vor allem, sich Zeit für Freunde und Familie zu nehmen. Immerhin die Hälfte gab an, dass Achtsamkeit – wie auch immer sie der Einzelne definiert – einen eher positiven Einfluss auf die Lebensqualität habe, 20 Prozent halten den Einfluss sogar für sehr positiv (siehe Grafik). Dennoch sieht Psychologin Smolka noch Luft nach oben. Mit Achtsamkeit lasse sich das Glücksempfinden steigern und die mentale Gesundheit verbessern.

Für Andechser Natur war naturgemäß vor allem der Zusammenhang von Achtsamkeit und Ernährung wichtig – hier fielen die Ergebnisse jedoch teils ernüchternd aus. So gaben etwa nur 36 Prozent der Befragten an, dass es sie interessiere, ob Lebensmittel umweltbewusst produziert werden, eine artgerechte Tierhaltung interessiert laut Studie nur 33 Prozent. In Bezug auf Achtsamkeit im Umgang mit Lebensmitteln war den Befragten am wichtigsten, dass keine Lebensmittel verschwendet werden.

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