Rempler als Auslöser Versuchter Totschlag? Wiesn-Schlägerei vor Gericht

Gewaltausbrüche gibt es fast täglich auf dem Oktoberfest. Ein besonders schwerer Fall wird jetzt vor Gericht verhandelt. Foto: imago

Eine versehentliche Rempelei war der Grund für die folgenschwere Auseinandersetzung auf dem Oktoberfest. Der Prozess in München.

 

München – Es begann mit einem Schubsen und eskalierte dann fürchterlich. Bei der gewaltsamen Auseinandersetzung zweier Gruppen, die am 5. Oktober 2019 die Wiesn besuchten, wurde ein Mann brutal zusammengetreten. Drei junge Männer (17 bis 20 Jahre alt) müssen sich seit Mittwoch dafür vor Gericht verantworten. Allen dreien wird versuchter Totschlag vorgeworfen.

Die beiden Wiesn-Besuchergruppen begegneten sich in der Nähe des Musik-Express auf der Schaustellerstraße. Die Anklage spricht von einer versehentlichen Rempelei als Grund für die Auseinandersetzung.

Entschuldigung verweigert, Schlägerei provoziert

Ein Mann aus der siebenköpfigen Gruppe des Opfers (25 bis 27 Jahre) meinte dann in Richtung der drei nun angeklagten jungen Männer, dass man sich doch dafür entschuldigen könne. Stattdessen begann ein Rumgeschubse, das schnell zur Schlägerei eskalierte.

Am schlimmsten erwischte es Hans G. (Name geändert). Ein Tritt ins Gesicht ließ ihn besinnungslos zu Boden stürzen. Dort wurde er weiter getreten. Das Resultat: Kieferbruch, Einblutungen und ein Hämatom. Hans G. musste operiert werden.

Verteidiger Raimund Förschner kritisiert zum Auftakt des Prozesses die Ermittlungsarbeiten. So sei erst spät ein dritter Mann mit einer roten Jacke ermittelt worden. Das könnte bei der Rekonstruktion des Geschehens aber noch eine wichtige Rolle spielen, da auch sein Mandant – ein 17-jähriger Schüler – eine rote Jacke trug.

Der gebe zwar zu, dass er möglicherweise zugetreten habe. In der Situation habe er aber nur versucht, seinem Cousin zu helfen, der in den Schwitzkasten genommen wurde. Seine beiden Freunde schweigen zu den Vorwürfen.

Angeklagter fiel schon vorher durch Gewalt auf

Einer der Angeklagten soll sich bereits drei Monate zuvor einer gefährlichen Körperverletzung schuldig gemacht haben. Laut Anklage hatte der 19-Jährige mit seinen Spezln in einer Tram laut Musik gehört. Einige Fahrgäste beschwerten sich und ein Mann forderte die Gruppe auf, die Musik leiser zu machen. Es kam zum Streit.

Als das Opfer dann ausstieg, wurde es geschubst und ging zu Boden. Der 19-Jährige soll dann zugetreten haben. Das Opfer erlitt unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma. Der Prozess wird fortgesetzt.

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