Reformen Ost-Länder kämpfen um Bundeswehr-Standorte

Eine Woche vor der Entscheidung über die Schließung von Bundeswehr-Standorten kämpfen die Ost-Länder weiter um den Erhalt ihrer Kasernen.

 

Magdeburg - "Die Bundeswehrstandorte in Sachsen-Anhalt müssen bleiben. Durch gezielte Investitionen verfügen sie mittlerweile über eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur", sagte Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) der "Mitteldeutschen Zeitung" (Mittwoch).

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) sagte der Zeitung: "Ich erwarte, dass unsere Argumente Gehör finden. Denn wir haben mit Abstand die modernsten Standorte und über 600 Millionen Euro investiert."

Schon am Wochenende hatten mehrere Regierungschefs aus den neuen Ländern für ihre Standorte geworben. Bundesverteidigungsminister Lothar de Maizière (CDU) will am kommenden Mittwoch verkünden, welche Standorte im Rahmen der Bundeswehrreform geschlossen werden.

Der Bundeswehrverband hofft, im Osten mit einem blauen Auge davonzukommen. "Die eine oder andere bittere Pille wird aber dabei sein", sagte der Landesvorsitzende Ost des Verbandes, Uwe Köpsel, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Gegen eine massive Schließung von Kasernen im Osten spricht nach seinen Worten, dass die Bundeswehr - gemessen an der Zahl der Einwohner - schon heute dort unterrepräsentiert ist. Bereits bei der Verkleinerung im Jahre 2004 seien in den neuen Bundesländern überproportional viele Stellen weggefallen.

Für den Osten spreche auch die gute Ausstattung der Kasernen, die in den vergangenen 20 Jahren modernisiert wurden. "Die sind alle auf einen guten Stand gebracht worden", sagte Köpsel. Weitere Aspekte bei der Auswahl der zu erhaltenden Standorte seien die Einbindung der Bundeswehr in die Gesellschaft oder auch die Frage der Nachwuchsgewinnung. "Es gibt derzeit bei den Soldaten eine große Verunsicherung", sagte Köpsel. Der Bundeswehrverband hat rund 200 000 Mitglieder, im Osten sind es mehr als 30 000.

 

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