Reformen Bundeswehrverband fürchtet "bittere Pillen" im Osten

Bei den angekündigten Standortschließungen hofft der Bundeswehrverband, im Osten mit einem blauen Auge davonzukommen. "Die eine oder andere bittere Pille wird aber dabei sein", sagte der Landesvorsitzende Ost des Verbandes, Uwe Köpsel, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

 

Magdeburg - Das Verteidigungsministerium will am 26. Oktober mitteilen, welche Standorte im Rahmen der Bundeswehrreform aufgegeben werden. Gegen eine massive Schließung von Kasernen im Osten spricht nach den Worten Köpsels, dass die Bundeswehr - gemessen an der Zahl der Einwohner - schon heute dort unterrepräsentiert ist. Bereits bei der Verkleinerung im Jahre 2004 seien in den neuen Bundesländern überproportional viele Stellen weggefallen.

Für den Osten spreche auch die gute Ausstattung der Kasernen, die in den vergangenen 20 Jahren modernisiert wurden. "Die sind alle auf einen guten Stand gebracht worden", sagte Köpsel. Weitere Aspekte bei der Auswahl der zu erhaltenden Standorte seien die Einbindung der Bundeswehr in die Gesellschaft oder auch die Frage der Nachwuchsgewinnung.

"Es gibt derzeit bei den Soldaten eine große Verunsicherung", sagte Köpsel. Ursprünglich war mit einer Entscheidung schon für März gerechnet worden, nach dem Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und dem Amtsantritt seines Nachfolgers Thomas de Maizière (CDU) verzögerte sie sich aber. "Ich bin froh, wenn die Anspannung vorbei ist", sagte Köpsel.

Der Bundeswehrverband hat rund 200 000 Mitglieder, im Osten sind es mehr als 30 000.

 

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