Raus aus der Mini-Krise Der nächste Rekord! Bayern-Stürmer Lewandowski besser als Heynckes

Torjäger in Triumphpose: Bayerns Robert Lewandowski trifft gegen Bremen zum 2:1 und 4:1. Mit nun 220 Bundesliga-Toren überflügelt er seinen Ex-Trainer Jupp Heynckes in den Rekordlisten. Foto: firo/AK

Robert Lewandowski benötigt für seine 220 Bundesliga-Tore 64 Spiele weniger als Heynckes. Sein Kommentar: "Leider musste ich das machen".

 

Krise, welche Krise? Der kleine Tor-Fluch ist Geschichte. Robert Lewandowski knipst wieder und Bayern gewinnt wieder in der Liga. So einfach ist das. Lewandowskis zwei Treffer beim 6:1 gegen Werder Bremen am Samstag waren nach drei Spielen Ladehemmung bereits seine Saisontore 17 und 18 – am 15. Spieltag wohlgemerkt. Besser geht’s kaum.

Lewandowski: Nur Gerd Müller und Klaus Fischer vor ihm in Torschützenliste

Okay, ein bisschen besser geht’s dann schon noch. Aber in der ewigen Bundesliga-Torschützenliste rangieren jetzt nur noch zwei Spieler vor ihm: Der "Bomber der Nation", der unglaubliche und wahrscheinlich uneinholbare Gerd Müller (365 Tore) und die Schalke-Legende Klaus Fischer (268 Tore).

Letzteren könnte Lewandowski, der aktuell bei 220 Toren steht, in den kommenden Spielzeiten wohl noch abfangen. So wie er es im Fall einer anderen Legende bereits getan hat: Jupp Heynckes – Bayerns Triple-Trainer 2013, der früher ein unglaublich eiskalter Knipser war.

Rein nach Toren ist Lewandowski mit seinem ehemaligen Coach zwar erstmal "nur" gleichgezogen. Aber Bayerns-Tormaschine benötigte für seine 220 Tore eben 64 Partien weniger als der große Jupp (369).

Jupp Heynckes war Lewandowskis Trainer

Das sorgt für große Freude – aber auch für ein bisschen schlechtes Gewissen beim Polen. Schließlich kennt man sich ja. In der Saison 2017/18 war Heynckes für acht Monate sein Trainer. "Eine Legende zu überspringen, das ist eine große Ehre", strahlte Lewandowski, als er von seinem neuen Rekord erfuhr, schob dann aber sofort pflichtschuldig hinterher: "Jupp war mein Trainer und wir haben gut zusammengearbeitet – leider musste ich das jetzt machen."

Dabei sah es gegen Bremen zunächst danach aus, als würde Heynckes seinen Platz auf dem Stockerl noch ein wenig behalten dürfen. Wie schon in den vergangenen Spielen, gegen Tottenham (3:1) und bei den beiden Niederlagen in der Bundesliga gegen Borussia Mönchengladbach (1:2) und Bayer Leverkusen (1:2), präsentierte sich Lewandowski auch gegen die Nordmänner von der Weser wieder extrem verschwenderisch im Umgang mit seinen Möglichkeiten. Beispiel gefällig? In der 14. und 40. Minute kam er jeweils allein im Strafraum an den Ball – beide Male aber war Werders Keeper Jiri Pavlenka noch mit den Fingerspitzen dran. Und als auch noch das zwischenzeitliche 1:0 für die Bremer fiel, wirkte der sonst so treffsichere Pole zunehmend verunsichert.

Seine Verunsicherung währte jedoch nicht lange. Noch in der Nachspielzeit der ersten Hälfte beendete Lewandowski seinen Mini-Torfluch. Philippe Coutinho sei Dank. Einen Zucker-Pass des Brasilianers verwandelte der Bayern-Stürmer energisch mit einem satten Schuss aus spitzem Winkel ins rechte Eck. Der Brustlöser. Damit war das Selbstvertrauen zurück – und spätestens nach seinem zweiten Tor (72.), schon sein vierter Doppelpack in dieser Saison, war endgültig auch Jupp Heynckes mit seinen 220 Treffern eingeholt – und überflügelt.

Ob es der 74-Jährige seinem ehemaligen Schützling verübeln wird, dass er ihn vom Podest gestoßen hat? Wohl kaum. Lewandowski ist sich sicher: "Ich denke, Jupp ist mit mir zufrieden."

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