Rathaus Protest gegen Neonazis

Rote Karte für Nazis: In Regensburg haben viele Wirte beschlossen, Rechtsextremeisten nicht mehr zu bedienen Foto: AP

Freie Nationalisten wollen am 8. Mai mit Trommeln und Fackeln durch Fürstenried ziehen. Der BA leistet Widerstand. Mit einem Kulturfest wollen sie sich den Rechten entgegenstellen

 

FÜRSTENRIED In Fürstenried herrscht helle Empörung: Am Tag des Kriegsendes, 8. Mai, wollen Neonazis mit Fackeln und Trommeln durchs Stadtviertel marschieren. Auch zum Kriegsopfer-Ehrenmal. Der Bezirksausschuss verlangt von der Stadt, den unsäglichen Aufmarsch zu verhindern. „Dort liegen Nazi-Opfer, Zwangsarbeiter und Soldaten aus 18 Nationen. Das ist eine Verhöhnung und Missachtung der Opfer, und das wollen wir nicht hinnehmen“, protestiert BA-Chef Hans Bauer. Deshalb wird eine Gegenkundgebung als Kulturfest organisiert.

Alt-OB Hans Jochen Vogel (SPD war der Erste, der sich in die Unterstützer-Liste eintrug (www.muenchen-ist-bunt.de): „Ich unterschreibe das gerne und mit Stolz.“

Die Neonazis „Freie Nationalisten um die Vorbestraften Martin Wuttke und Phillipp Hasselbach haben den Marsch beantragt (18 bis 22.15 Uhr). Weil die Stadt sie am Marienplatz besser verhindern kann, sind sie nach Fürstenried ausgewichen. Sie planen folgenden Marschweg: Vom Schweizer Platz (wo sich seit einiger Zeit jugendliche Rechte treffen), vorbei am Cafe Intermezzo (das schon mehrmals Ziel von Neonazi-Angriffen war, so der BA) an der Asylbewerber-Unterkunft Tischlerstraße, vorbei am Kriegsopfer Ehrenmal für 3545 Opfer beider Weltkriege bis zur U-Bahnstation Großhadern.

Alle 37 BA-Mitglieder haben Strafanzeige gegen den Veranstalter Hasselbach wegen Volksverhetzung gestellt. Jetzt wird mit Hochdruck ein Kulturfest gegen den Neonazi-Zug vorbereitet. Beginn: 16 Uhr. Der genaue Ort steht noch nicht fest. Zugesagt haben schon: Der Circus Galliano, die Jugend-Band „Antihelden“, die Jüdische Kultusgemeinde, der Posaunenchor der evangelischen Gemeinde. Die Katholische Kirche macht eine Maiandacht mit Glockengeläut. „Das wird ein Fest für das freundliche München“, sagt BA-Chef Hans Bauer: „Wir wollen, dass der Umzug dadurch unmöglich gemacht wird.“

Die Stadt hat bisher keine Handhabe, um den Nazimarsch zu verhindern, so das KVR. Doch werde der Umzug gerade noch einmal untersucht. Zwei Gegendemonstrationen sind bereits angemeldet: Der Münchner Flüchtlingsrat steht vor der Asylbewerberunterkunft. Und es wird einen Marsch in der Altstadt geben. Willi Bock

 

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