Rathaus Nürnberg hat kein Geld für Bäume

Die Körnerstraße in der Südstadt: Gerade in den hochverdichteten Quartieren sind Bäume wertvolle Luftverbesserer. Foto: bayernpress.com

Ihre Zahl im Stadtgebiet nimmt jedes Jahr ab, weil der Behörde SÖR die Mittel für notwendige Nachpflanzungen fehlen. Schon jetzt werden über 1000 der wertvollen Luftverbesserer vermisst

 

NÜRNBERG Bürgermeister und SÖR-Werksleiter Horst Förther (SPD) schlägt Alarmstufe Grün: Seiner Behörde fehlt das Geld, um den Bestand der Straßenbäume in Nürnberg zu erhalten. Wenn SÖR nicht mehr Mittel bekommt, wird es in zehn Jahren rund 1100 Bäume weniger geben!

Schon heute beklagen die SÖR-Baumexperten über 1000 ehemalige Baum-Standorte, die nicht wieder bepflanzt wurden. Die Bilanz des letzten Jahres ist ernüchternd: 259 Bäume mussten gefällt werden, weil sie krank waren und die Verkehrs-Teilnehmer gefährdeten. Im gleichen Zeitraum wurden aber nur 178 Bäume neu gepflanzt. Das heißt: Die Zahl der Bäume ist um 61 geschrumpft.

Förther rechnet vor: Im Jahr 2010 stehen SÖR 275 000 Euro für Baumpflanzungen zur Verfügung. Damit kann man 110 neue Bäume (Durchschnittskosten 2500 Euro für Pflanzung und Pflege) setzen. Viel zu wenig, um die durchschnittlich notwendigen 200 Fällungen auszugleichen. Wollte SÖR die Zahl der Bäume konstant halten, bräuchte die Behörde jährlich 300 000 Euro mehr. „Und wenn wir in zehn Jahren die Lücke auffüllen wollen, die jetzt schon besteht, brauchen wir jährlich sogar 600 000 Euro zusätzlich“, so Förther.

Klimawandel und Schadstoffe haben dazu geführt, dass die Bäume in der Stadt nur noch die halbe Lebensdauer haben. Außerdem muss man die klassischen Baumarten gegen Sorten austauschen, die mit den trockenen und warmen Sommern besser fertig werden.

Da ist es gut, dass auf anderen SÖR-Baustellen Entspannung angesagt ist:

Beim giftigen Eichenprozessionsspinner war bereits im letzten Jahr ein deutlicher Rückgang der Fallzahlen von 1348 auf 680 zu verzeichnen. Auch heuer erwartet Förther wegen des strengen Winters weniger Probleme mit den gefährlichen Raupen.

Beim Radweg an der Hallerwiese ist eine Lösung gegen Matsch und Pfützen gefunden worden. Statt einer Asphaltierung, die das Ende der benachbarten Bäume gewesen wäre, wird im Herbst für 58000 Euro eine stabilisierende Deckschicht aufgebracht, die das Regenwasser zur Pegnitz abfließen lässt. W. Vennemann

 

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