Radweg nicht gekennzeichnet "Abzocke": Ärger um Radler-Kontrollen am Bavariaring

Die Umfahrung der Theresienwiese geht entlang des Bavariarings. Foto: ls

Am Bavariaring hält die Stadt Radler an, die auf dem breiten Gehweg in Grünstreifen fahren - weil sie aufgrund der Baustelle die Theresienwiese nicht mehr queren können.

München – Sechs Fahrradfahrer sind es am Dienstagmorgen, in nur rund 5 Minuten: Die Stadt kontrolliert derzeit wieder am Bavariaring Radler, die auf dem breiten Grünstreifen fahren, der einmal um die Thersienswiese geht.

Die meisten von ihnen fahren dort, weil sie die Theresienswiese queren müssen und das wegen den Wiesn-Bauarbeiten nicht können. Die Umfahrung führt einmal außen rum, allerdings ist auch die äußerste Straße auf der Wiesn abgesperrt. Somit fahren die Fahrradfahrer dann auf dem breiten Gehweg - und genau in die Arme der Kontrolleure.

Zehn Euro und eine Ermahnung kostet das. Als die AZ am Dienstag kurz vor zehn an der Stelle vorbeischaut, sprechen viele Radler von "Abzocke". Erst die Theresienwiese dicht machen und dann auf 50 Metern abkassieren finden einige hier schlicht unverhältnismäßig. Der Pfeil der Umfahrung zeige genau in den Streifen, da fahre man dann quasi automatisch hinein, so der Tenor der Aussagen.

Abzocke? Stadt München wiegelt ab

Das Lamentieren freilich hilft nichts, es bleibt eine Ordnungswidrigkeit. Und von Abzocke will die Stadt nichts wissen. Auf AZ-Nachfrage heißt es: "Die Kontrollen dort finden ganzjährig statt und haben keinen konkreten Bezug zum Oktoberfestaufbau. In diesem Bereich sind Spielplätze und eine Schule, der Weg wird außerdem gerne von Hundebesitzern benutzt. Das führt zu vermehrten Beschwerden wegen der Radlerinnen und Radler dort. Zudem gibt es parallel zum Gehweg neben dem Grünstreifen einen Fahrradweg".

Den gibt es in der Tat - allerdings nur in eine Richtung. Radler, die von der Bavaria kommend rechts herum die Theresienwiese umfahren (müssen) und nicht auf der Straße fahren wollen, landen wegen der abgesperrten Strecke allerdings fast zwangsläufig auf diesem Gehweg oder dem auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Dazu kommt: An der Stelle, an der das Umfahrungszeichen steht, ist weder der Radweg als benutzungspflichtig gekennzeichnet (Schild: weißes Fahrrad auf blauem Hintergrund), noch der Gehweg als rein solcher. Fehlende Beschilderung und abgesperrte Querungs-Radwege – die Radlhauptstadt München macht es ihren Radlern nicht immer leicht.

 

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