Radfahren in München Radwege und Altstadt-Radlring: Aus einem Bürgerbegehren werden zwei

Entlang des Altstadtrings soll der Altstadt-Radlring entstehen. Foto: Daniel von Loeper

Seit Donnerstag können die Münchner für zwei Bürgerbegehren unterschreiben: Zum einen über den Ausbau der Radinfrastruktur in der Stadt und zum anderen über den Altstadt-Radlring. Dabei steht die Stadt in der Kritik.

München - Aus einem mach’ zwei: Seit Donnerstag können die Münchner für ein Bürgerbegehren über den Ausbau der Radinfrastruktur in der Stadt unterschreiben. Zum Start haben die Initiatoren, das "Bündnis Radentscheid München", das von über 40 Organisationen unterstützt wird, nicht nur ihre genauen Ziele in Sachen Radlwege, Radwegenetz, Radabstellmöglichkeiten und Verkehrsgestaltung erläutert (AZ berichtete).

Sie haben auch gleich noch ein zweites Bürgerbegehren auf den Weg geschickt. Das Bürgerbegehren Altstadt-Radlring soll nun parallel laufen. Münchner Radverkehrsfans können also gleich zwei Mal unterschreiben.

Mehr Radl statt Autos

Der Ort für die Präsentation war passend gewählt: Zwischen den Türmen des Isartors wird die Ansicht des Radlrings enthüllt, der Verkehr braust im Hintergrund so laut vorbei, dass man trotz Mikrofon kaum ein Wort versteht. Das wäre wohl anders, wenn hier mehr Radl statt Autos unterwegs wären.

Der Radlring nämlich soll genau entlang des Altstadtrings verlaufen: vom Stachus über den Odeonsplatz, den Isartorplatz und den Sendlinger-Tor-Platz. Die Mindestbreite dieser Radwege soll bei 2,30 Meter liegen, so wie es auch im anderen Bürgerentscheid zum Radwegeausbau gefordert wird, beim Radlring geht man aber noch ein Stück weiter.

"Alle Bürger sollen in der Stadt radfahren können"

Regelbreite sollen 2,80 Meter pro Fahrtrichtung sein, zuzüglich seitlicher Sicherheitsabstände. Baulich so gestaltet, dass der Weg nicht zugeparkt werden kann. "Alle Bürger, auch Kinder, sollen in der Stadt radfahren können", sagt Andreas Schuster von Green City, einer der Sprecher des Bündnisses. Wolle München seine Klimaziele erreichen, müssten mehr Menschen aufs Rad umsteigen.

Die Forderungen beider Radl-Begehren, das stellt Andreas Groh vom ADFC München klar, gingen natürlich zulasten des Autoverkehrs. "Das ist ja immer des Pudels Kern, die Frage: Wo soll der Platz herkommen?"

Radverkehr zu wenig Priorität

Die Initiatoren schauen dabei auch in Richtung Stadtpolitik. Die Bürgerbegehren sollen den eigentlich ja nicht neuen Ideen den nötigen Nachdruck verleihen. Die Forderungen seien innerhalb von fünf bis sechs Jahren umsetzbar. An vielen Stellen schneller und leichter als man denke, heißt es. Sonja Haider, Bündnis-Sprecherin und ÖDP-Stadträtin, kritisiert, die Verkehrswende des OBs drehe sich viel zu wenig um den Radverkehr.

Groh meint: Radverkehrsprojekten werde in der Stadtverwaltung zu wenig Priorität eingeräumt, was aber Schuld der Stadtregierung sei, wie Gudrun Lux, Stadt-Chefin der Grünen ergänzt.

Und: "Das Bürgerbegehren soll auch ein politisches Statement sein", sagt Andreas Schuster. Viele der Forderungen seien von der Stadtpolitik bisher abgebügelt worden, mit Verweis auf die Mehrheitsmeinung in der Bevölkerung. "Wir befragen jetzt die Leute", so Schuster.

Unter radentscheidmuenchen.de finden Sie eine Übersicht aller Eintragungsstellen.

Lesen Sie hier: AZ-Kommentar - "München wird kein Radl-Paradies über Nacht"

 

1 Kommentar

Kommentieren

  1. Ihr Pseudonym sowie weitere Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading