Pumpenwerk Im Pumpenhaus wird jetzt gezapft

Das Pumpenwerk am Pasinger Bahnhof: Einst fast abgerissen, jetzt saniert und seit wenigen Wochen Heimat eines Restaurants. Foto: Petra Schramek

Das Pasinger Pumpenwerk sollte eigentlich schon abgerissen werden. Eine Bürgerinitiative verhinderte das. Jetzt ist daraus ein Restaurant geworden.

Irgendetwas Geschichtsträchtiges wäre natürlich noch schön gewesen, zumindest ein paar alte Ventile oder ähnliches. Aber als vor etwa zweieinhalb Jahren die Bauarbeiter anrückten, um das alte Pumpenwerk am Pasinger Bahnhof zu sanieren, war vom Innenleben des historischen Gebäudes schon nichts mehr übrig.
 
Das Pumpenwerk aus dem Jahr 1854 diente in der Anfangsphase des Schienenverkehrs als Versorgungseinrichtung. Von dort aus wurden die Kessel der Dampflokomotiven mit dem weichen Wasser aus der Würm befüllt. Doch mit dem Ende der Dampfloks begann auch der Niedergang des Gebäudes. Zunächst wohnte noch der Pumpenwärter drin, danach verkam das Haus so langsam.
 
Vor knapp zehn Jahren verhinderte eine Anwohner-Initiative den eigentlich schon beschlossenen Abriss. Das Pumpenwerk wurde daraufhin unter Denkmalschutz gestellt. Seitdem gab es ein paar Ideen für eine neue Nutzung: mal sollte eine Kindertagesstätte daraus werden, mal ein Wohnhaus. Letztendlich ist es nun eine Gaststätte geworden.
 
Seit drei Wochen ist das Pumpenwerk nun also ein Restaurant. Der alte Klinker hat sich herausgeputzt, auf der Nordseite schließt sich jetzt eine sonnendurchflutete Orangerie an. In dem Glasbau ist zum Teil die Küche untergebracht. Statt Wasser gepumpt, wird dort nun Salat gezupft, Fleisch gebraten und natürlich Bier gezapft.
 
Schon am Vormittag versammeln sich im Pumpenwerk jetzt junge Mütter mit ihren Kindern für einen morgentlichen Imbiss. Die Frühstückskarte ist riesengroß (6,90-15,50 Euro). Das liegt daran, dass mit Josef Schmid ein Mann das Lokal gepachtet hat, der mit „Seppl’s Zuckerbäckerei“ selbst allerhand Frühstücksgebäck herstellt. 
 
Im Pumpenwerk gibt es aber auch Pizza aus Dinkelteig (7,70-14,90 Euro), Rinderfilet (29,50 Euro), Pasta – eigentlich alles, was man sich so vorstellen kann. Im oberen Stockwerk ist unter dem Dachgiebel sogar eine Sushibar (Mittagsmenü für 11 Euro) untergebracht.
 
Mehrere unterschiedlich gestaltete Räume hat das Pumpenhaus nun. Jeder sieht ein bisschen anders aus. Aber eines haben nach der Sanierung alle gemeinsam: Überall fragt man sich, warum das Pumpenhaus jemals hätte abgerissen werden sollen.
 
Kaflerstraße 16, täglich 9-1 Uhr, www.pasinger-pumpenwerk.de , Tel.: 30 90 51 37
 
 

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