Prozessbeginn in München Messerattacke in Pullach: Polizeikugel in den Hoden

Der Angeklagte am Montag vor Gericht. Foto: Petra Schramek

Nach den Schüssen der Polizei auf einen Randalierer im Januar 2019 in Pullach startete nun der Prozess gegen den Mann. Dem 45-Jährigen wird versuchter Totschlag vorgeworfen.

 

München - Der Mann auf der Anklagebank ist groß, breitschultrig, wirkt sehr kräftig. Und ist doch scheinbar zart besaitet. Mitten in seiner Aussage beim Prozess um eine Pullacher Messerattacke beginnt der Hüne (45), dem versuchter Totschlag vorgeworfen wird, zu weinen.

Der Vorsitzende Richter Norbert Riedmann unterbricht die Verhandlung. Danach erzählt der Angeklagte Paul G. (Name geändert) weiter, schildert unter anderem, dass er sich am 17. Januar des vergangenen Jahres abends nach einem Streit mit seiner Freundin mit einem Küchenmesser bewaffnet habe. Die Frau rief die Polizei.

Routinekontrolle endet mit Schussabgabe

Als die Streife eintraf, wurde es dramatisch. Durch die geöffnete Wohnungstür sah eine Polizistin, wie der mit dem Messer bewaffnete Mann aus einem Zimmer kam. Die Polizisten zogen sich zurück, riefen dabei immer wieder, dass er das Messer fallenlassen solle. Eine Polizistin schildert im Zeugenstand, wie es Petra F. gelang, ihrem Freund das Messer zu entwinden und den Polizisten zu übergeben.

Sie sollte danach in einer Nachbarwohnung warten, bis die Situation geklärt war. Doch die Frau gelangte über die Terrasse wieder in ihre Wohnung zurück. Warum sie das tut, bleibt unklar. Das Drama nahm seinen Lauf. Paul G. soll den Polizisten sinngemäß zugerufen haben: "Wer in die Wohnung kommt, den bringe ich um."

Projektil durchschlägt Hoden des Angreifers

Verstärkung traf ein und die dazu gekommenen Polizisten wendeten sich dem hinteren Teil der Wohnung mit der Terrasse zu. "Ich habe die Taschenlampen gesehen", erinnert sich der vorbestrafte Paul G. an den Abend. Kurz darauf habe ihn der Schuss getroffen. Laut Anklage war er zuvor mit erhobenem Messer auf die Polizisten zugelaufen.

Paul G. steht von der Anklagebank auf, um den Lauf der Kugel zu demonstrieren, schildert, wie das Projektil einen Hoden durchschlug. "Dann lag ich im Schnee", erinnert sich der 45-Jährige.

Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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