Prozess in München Versuchte Vergewaltigung: Sex-Täter in flagranti erwischt

Vor dem Prozess: Amadou S. und Anwalt Andreas Müller. Foto: jot

Die Anklage des Opfers lautet: Versuchte Vergewaltigung. Doch der Täter sagt: „Wir haben nur geschmust.“

 

München Die Polizei war schnell da – und verhinderte möglicherweise Schlimmeres. Der 42-jährige Senegalese Amadou S. (Name geändert) soll laut Anklage am 6. Juli vergangenen Jahres in einem kleinen Park in Ramersdorf versucht haben, eine Freundin zu vergewaltigen.

Doch der Angeklagte beteuerte zu Prozessbeginn am Montag, dass der angebliche Sex im Park keiner war: „Wir haben nur geschmust und gespielt.“ Auch als Richterin Elisabeth Ertl ihn mit der Aussage der Polizisten konfrontiert, die ihn in flagranti mit herabgezogener Hose und erigiertem Glied von der Frau runtergezogen haben wollen, besteht der Angeklagte auf seiner Version.

Die beiden hatten sich an Pfingsten 2015 auf dem Afrika-Festival auf der Theresienwiese kennengelernt. Laut Anklage habe sich zwischen der alleinerziehenden Mutter eines 15-Jährigen und dem Asylsuchenden eine Freundschaft entwickelt. Inklusive Sex. Bei Übernachtungen des 42-Jährigen in Ramersdorf sei es zwei Mal zu einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gekommen.

In der Nacht auf den 6. Juli habe der Angeklagte bei einem Freund Alkohol (Bier und Gin) getrunken und Cannabis konsumiert. Da sei ihm der Gedanke gekommen, nach Ramersdorf zu fahren, um mit seiner neuen Freundin Sex zu haben. In seinen Rucksack habe er dafür aber nicht nur eine Dose Vaseline gestopft, sondern auch ein Brotmesser. Damit habe er die Frau gefügig machen wollen – falls sie keine Lust auf Sex haben würde.

Doch in Ramersdorf angekommen, lief einiges schief. Als er klingelte, sagte die verschlafene Freundin, dass er aufhören solle, ihr Sohn schlafe. Doch der Angeklagte hat nach Ansicht der Ermittler weitergemacht, ein Nachbar wurde aufmerksam und die Frau ging, um Aufsehen zu vermeiden, mit ihrem Liebhaber vor die Tür.

In dem Park schräg gegenüber habe Amadou S. dann eine Decke ausgebreitet. Doch seine Freundin war immer noch nicht in Stimmung. Sie wollte wieder gehen, da sei er dann laut Anklage wütend geworden.

Der körperlich überlegene Mann habe sie mit Gewalt am Handgelenk festgehalten und versucht, sie zu vergewaltigen. Eine vom Nachbarn alarmierte Polizeistreife beendete den Versuch. Für die Anklage-Version des Tathergangs sprechen auch die Verletzungen der Frau am linken Handgelenk.

Der Prozess wird fortgesetzt. Ein Urteil wird am Donnerstag erwartet.

 

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