Prozess in München Dachauer Todesschütze vor Gericht

Bei seiner Festnahme bringt der Todesschütze von Dachau noch rund 160 Kilo auf die Waage. Inzwischen soll er nur noch halb so viel wiegen. Foto: Christian Chymyn/dapd

Am 11. Januar erschoss er im Amtsgericht Dachau einen jungen Staatsanwalt.  Ab 23. Oktober beginnt die Verhandlung gegen Transportunternehmer Rudolf U..

 

München - Jetzt wird ihm der Prozess gemacht: Rudolf U., der Todesschütze aus dem Dachauer Amtsgericht , muss sich vom 23. Oktober an wegen Mordes vor dem Münchner Landgericht verantworten. Zunächst sind elf Verhandlungstage angesetzt. Sollte der Zeitplan eingehalten werden, könnte das Urteil Ende November fallen. Der Angeklagte soll im Januar einen jungen Staatsanwalt im Gerichtssaal erschossen haben .

Nach den Ermittlungen der Anklagebehörde feuerte der mutmaßliche Täter am 11. Januar in einem Sitzungssaal des Dachauer Amtsgerichts aus einer Pistole sechs Schüsse auf den Staatsanwalt und den Richtertisch ab. Das vermutete Motiv: Rache. Rudolf U. fühlte sich nach mehreren verlorenen Prozessen von der Justiz ungerecht behandelt. Die Waffe besaß er illegal. Der 31 Jahre alte Anklagevertreter erlag wenig später im Krankenhaus den schweren Schussverletzungen.

Richter, Protokollführer und Verteidigerin des Angeklagten blieben unverletzt. Der gewaltsame Tod des verheirateten Staatsanwalts löste bundesweit eine Debatte über schärfere Sicherheitsvorkehrungen in Justizgebäuden aus. In Bayern werden seither alle Besucher in Amts- und Landgerichten kontrolliert. Der Angeklagte leidet unter schwerer Diabetes. Ihm ist in der Zeit seiner Untersuchungshaft ein Unterschenkel amputiert worden.

Dazu war er zwischenzeitlich von Stadelheim ins Klinikum Neuperlach verlegt worden. In der Haft habe sich der Gesundheitszustand des ehemaligen Fuhrunternehmers zuvor verschlechtert, hieß es. Nach Angaben seines Wahlverteidigers Maximilian Kaiser habe der Beschuldigte knapp 50 Kilo an Gewicht verloren. Auch psychisch sei Rudolf U. angeschlagen. Seinem Anwalt hat er offenbar in der Haft gesagt, er habe ohnehin nicht mehr lange zu leben.

 

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