Prozess am Landgericht Der Riese (59) vor Gericht: Ein Dieb und Schläger?

, aktualisiert am 10.10.2016 - 18:06 Uhr
Ein Dieb und Schläger? Der 59-Jährige vor Gericht. Foto: jot

Ein 59-Jähriger soll eine Frau am Hauptbahnhof angegriffen haben. Außerdem werden ihm Ladendiebstähle zur Last gelegt. Der Rentner streitet die Taten ab.

 

München - "Sehen wir uns wieder mal“, kommt es zur Begrüßung von der Richterbank. Richter Anton Winkler und Klaus B. kennen sich ganz offensichtlich. Dem 59-jährigen Riesen ist der Umgang mit den Behörden jedenfalls bestens vertraut. Kommt die Sprache auf die Polizei, hat er meist nur ein müdes Lächeln übrig.

Wofür er sich diesmal vor dem Landgericht verantworten muss? Laut Anklage hat der alkoholkranke Rentner am Hauptbahnhof randaliert. Er soll versucht haben, eine Frau zu treten. Dazu habe er geschrien, dass er Frauen schlagen und vergewaltigen wolle. Angesichts seiner Körpergröße und Statur eine beängstigende Vorstellung.

Als ihn deswegen Polizisten anhalten und überprüfen wollen, wird Klaus B. laut Anklage wieder aggressiv. Er droht den Beamten Schläge an und wird deshalb gefesselt. Neben dem Vorwurf der versuchten Körperverletzung und des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, soll der große Mann in vier Fällen versucht haben, Sekt, Wodka, Wein, Broccoli oder Klamotten zu stehlen.

Täter nicht voll schuldfähig

Immerhin räumen die Ankläger ein, dass Klaus B. vielleicht nicht voll schuldfähig war und ist. Der 59-Jährige leide an einer Hirnschädigung. Nicht ausschließbar, dass seine Steuerungsfähigkeit erheblich vermindert war, als er die Taten beging.

Doch Klaus B. findet sich in der Anklage überhaupt nicht wieder. Vorwurf für Vorwurf wird von ihm bestritten. Getreten? "Nein, ich bin ausgerutscht." Sein früherer Anwalt soll sogar erklärt haben, dass er auf einer Eisfläche ausgerutscht sei. Wenig wahrscheinlich. "Das passt aber nicht zum Wetterbericht des Tattages", erklärt Richter Winkler lakonisch.

Auch die Diebstähle waren keine, er habe in jedem Fall bezahlen wollen, sagt Klaus B. vor Gericht. Er sei aber nicht mehr dazu gekommen.

Der Prozess dauert an.

 

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