Protest im wilden Süden Anwohner können Ladenzeile in Neuperlach retten

Schreibwarengeschäft, Friseur und Bäcker: Die Wohnungsnot zerstört die Existenz der Geschäfte erstmal nicht. Foto: Daniel von Loeper

Ein Investor will eine Ladenzeile in Wohnungen umwandeln – die Anwohner gehen auf die Barrikaden.

 

Neuperlach - In Münchens tiefstem Süden rumort es. Eine Ladenzeile soll Wohnungen weichen. Anwohner starten eine Petition – und haben damit wohl Erfolg. Die Maximilian-Kolbe-Allee ist keine spektakuläre Einkaufsmeile. Und doch ist sie für die Menschen in Neuperlach-Süd wichtig. Blumengeschäft, Bäcker, indischer Imbiss, Friseur, Nagelstudio und Schreibwarenladen sowie Arztpraxen beleben das Viertel.

Deshalb waren die Ladeninhaber schockiert, als ihnen Anfang März die Kündigung ihrer Gewerbeflächen ins Haus flatterte. Der Eigentümer des Komplexes will die Geschäfte in Wohnungen umwandeln. Dazu hat er geplant, die Gebäude um zwei Etagen aufzustocken.

4.000 Menschen unterschreiben Petition zum Erhalt der Ladenzeile

Insgesamt, inklusive der 19 Läden, würden dann 57 neue Wohnungen entstehen. In Zeiten von Wohnungsnot ist das theoretisch ein nobles Vorhaben. Theoretisch. Wirtschaftlich gesehen bringen 57 neue Wohnungen vor allem sicher mehr Rendite als 38.

Die Geschäftsleute starteten eine Petition. 4.000 Menschen unterschrieben. Zusätzlich sprachen sie beim Bezirksauschuss vor - und bei Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Dessen Partei meldet jetzt: "In den Erdgeschosszonen sollen die Gewerbeflächen weitestgehend erhalten bleiben." Demnach dürfen die gekündigten Gewerbemieter bleiben. Das Planungsreferat will einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss in den Stadtrat einbringen.

 

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