Protest gegen Radlspuren Münchner CSU kämpft für Parkplätze an der Fraunhoferstraße

So wird es wohl bald aussehen: Die fahrradfreundliche Fraunhoferstraße Foto: Visualisierung A. Gregor/Grüne

Händler und Handwerker nervts gewaltig. Alle 120 Parkplätze in der Fraunhoferstraße fallen zugunsten von Radlspuren weg. Die CSU will das unbedingt verhindern.

 

Isarvorstadt - Der knappe Beschluss des Planungsausschusses, im Sommer alle 120 Parkplätze an der Fraunhoferstraße zugunsten zweier roter Radlstreifen abzuschaffen, freut die Fans einer autofreien Innenstadt. Er bringt aber auch Anwohner, Gastronomen und Geschäftsleute auf – und nun auch die Handwerkskammer.

Maßnahme sei ein Schnellschuss

Den Betrieben werde die Existenzgrundlage entzogen, kritisiert Handwerkskammerpräsident Franz Xaver Peteranderl: "Sie brauchen die Parkplätze, um Lieferungen anzunehmen und von den Kunden erreicht werden zu können." Die Pläne in der Fraunhoferstraße seien ein "Schnellschuss" wie die Fahrspurhalbierung auf der Ludwigsbrücke.

Fehlende Parkplätze begünstigen Onlinehandel

Auch der Präsident des Handelsverbands Bayern Ernst Läuger protestiert: Der Autoverkehr sei ein "unverzichtbarer Umsatzfaktor" für den Einzelhandel auch in der Fraunhoferstraße. Kunden, die nicht mehr sicher wissen, ob sie das Geschäft ihrer Wahl noch mit dem Auto erreichen können, würden immer mehr zu Online-Einkäufen wechseln.

CSU stellt sich quer und fordert Nachprüfung

Die CSU im Rathaus, die mit FDP und Bayernpartei gegen den Beschluss gestimmt hat, versucht nun, die Abschaffung der Parkplätze noch zu verhindern. Sie fordert eine "Nachprüfung" in der nächsten Vollversammlung am 26. Juni. Dass sich am Abstimmungsverhalten der Fraktionen dort noch Wesentliches ändert, ist allerdings kaum zu erwarten. 

 

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