Protest am Marienplatz Rikscha-Fahrer stellen sich quer

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Mit Wasser markieren die Rikscha-Fahrer, wo sie künftig stehen wollen: In vier Parkzonen entlang der Straße zwischen Hugendubel und Marienplatz soll Platz für zwölf Radl-Taxis sein. Foto: Gregor Feindt

Einen neuen Rikscha-Standplatz wollen die Radl-Taxler nicht akzeptieren. Sie haben eigene Parkplätze auf dem Marienplatz geschaffen

 

Altstadt - Die Rikscha-Fahrer stellen sich quer, und zwar auf dem Marienplatz. Doch laut einer Verordnung des Kreisverwaltungsreferats (KVR) dürfen sie da ab Samstag nicht mehr stehen. Künftig sollen sie beim Hugendubel ums Eck am Rindermarkt parken, auf einem ausgewiesenen Rikscha-Stellplatz. Weil sie sonst wie ein Sperrriegel zwischen Mariensäule und Rischart stünden.

Doch das wollen die Rikscha-Fahrer nicht akzeptieren. Vor allem, da sie in die Planung des neuen Standplatzes nicht eingebunden waren und ihre Existenz gefährdet sehen. Weil sie ums Eck vom Marienplatz angeblich niemand sieht.

Jetzt haben sie sich selbst überlegt, wie sie das Rikscha-Problem am Marienplatz lösen wollen. „Wir sehen ja ein, dass in letzter Zeit zu viele Rikschas kreuz und quer auf dem Marienplatz standen. Wir wollen uns jetzt selbst kontrollieren und haben Rikscha-Parkplätze auf dem Marienplatz ausgewiesen, die ein Durchkommen von Einsatzkräften, Taxis, Bussen und Passanten ermöglichen“, sagt Radl-Aktivist Dominic Staat von den Pedalhelden.

Das haben sich die Rikscha-Fahrer überlegt: Am Marienplatz soll es künftig vier Bereitstellungszonen für die Radl-Taxis geben mit Platz für je drei Rikschas. „Wenn die voll sind, dann schicken wir weitere Fahrer weg“, sagt Staat.

Das Problem: Laut KVR ist das ab Samstag nicht mehr erlaubt und die Polizei wird Rikschas auf dem Marienplatz mit Bußgeldern belegen. Die Pedalhelden von Dominic Staat und der Rikscha-Service Lederhosen-Express der Zwillingsbrüder Max und Alex Zwez wollen trotzdem nicht beim Hugendubel parken. „Wir wollen dem KVR zeigen, dass unsere Lösung die bessere ist. Beim Hugendubel gibt’s dann Engstellen mit dem Verkehr und wir verlieren Kunden“, sagt Alex Zwez.

Einige freie Rikscha-Fahrer sind jedoch unsicher. „Ich stell mich erstmal an den Hugendubel und schaue, wie das abläuft. Ich will nicht ständig zahlen müssen“, sagt Marco Piergallini. In einem sind sich aber alle Radl-Taxler einig: Das KVR müsse mehr mit ihnen reden. Denn sie fühlen sich vom KVR übergangen und zu Unrecht vom Marienplatz und auch von der Wiesn verbannt.

 

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