Prominente Fälle aus der Vergangenheit Efkan Bekiroglus Vorgänger: Berühmte Spuckattacken

Das prominenteste Spuck-Attentat der Fußball-Geschichte: Der Niederländer Frank Rijkaard (r.) gegen Deutschlands Rudi Völler bei der WM 1990. Foto: Martina Hellmann

Nach der Spuck-Attacke von Löwe Bekiroglu: Die AZ zeigt weitere prominente Fälle aus der Vergangenheit – von Rijkaard bis Pinola.

 

München - Efkan Bekiroglu ist neben dem Platz ein eher zurückhaltender junger Mann. Manchmal wirkt es so, als könne es der 23-jährige Spielmacher des TSV 1860 noch immer nicht so recht glauben, dass er tatsächlich den Sprung in den Profifußball geschafft hat. Er musste sich hocharbeiten, den Umweg über die Bezirksliga gehen. Beim FC Augsburg blieb dem Mittelfeldstrategen mit dem feinen Fuß der Durchbruch verwehrt.

Wer ihn in Giesing trifft, nimmt ihm als höflich wahr, er grüßt stets, beinahe schüchtern. Doch mit der Schüchternheit war es an jenem für ihn sicher prägenden Samstagnachmittag in Braunschweig vorbei: Bekiroglu leistete sich unmittelbar vor Schlusspfiff einen Aussetzer, spuckte Eintrachts Benjamin Kessel in den Nacken. Eine Strafe durch das DFB-Sportgericht gilt als wahrscheinlich. Am Montag wollte sich der Deutsche Fußball-Bund auf Anfrage nicht äußern.

Die fiesesten Spuckattacken im Fußball

Bekiroglu hat derweil wenig ruhmreiche, aber prominente Vorgänger – die AZ nennt einige der fiesesten Spuckattacken:

Ex-Bundesligastar Edin Dzeko bespuckt einen Schiedsrichter: Passiert in Italien. Anfang Februar hatte der heute 33-jährige Bosnier, mittlerweile bei AS Rom unter Vertrag, seine Nerven überhaupt nicht im Griff. Bei der 1:7-Blamage der Roma im Pokal beim AC Florenz bespuckte der Stürmer den Schiedsrichter – und wurde daraufhin für zwei Spiele gesperrt.

Pinola spuckt Schweinsteiger an

Ex-Bayern-Star Douglas Costa tickt völlig aus: Der 28-jährige Angreifer war Mitte September 2018 beim 2:1 von Juventus Turin gegen Sassuolo Calcio nicht mehr zu halten. Zuerst verpasste der Brasilianer Frederico di Francesco den Ellenbogen, dann einen Kopfstoß – und schließlich spuckte er dem Stürmer aus kürzester Distanz ins Gesicht. Costa sah die rote Karte – und wurde für vier Partien gesperrt.

Nürnbergs Javier Pinola spuckt Bastian Schweinsteiger an: Geschehen im November 2010. "Unglaublich! Sowas Respektloses! Das habe ich noch nie erlebt!", schimpfte der spätere Weltmeister damals.

Tags danach rief der Argentinier beim FC Bayern an, entschuldigte sich. "Das war der größte Fehler in meiner ganzen Karriere. Ich habe mich schlecht gefühlt, es war dumm und, Entschuldigung für das Wort, eine Scheiß-Aktion, für die ich mich sehr schäme", sagte die Club-Ikone damals – und wurde vom DFB-Sportgericht nachträglich für vier Spiele gesperrt.

Die Mutter aller Spukattacken: Rijkaard und Rudi Völler

Frank Rijkaard rotzt Rudi Völler in die Mähne: Ein Symbol deutsch-holländischer Rivalität. Im Achtelfinale der Weltmeisterschaft 1990 (2:1 für Deutschland) lief Völler nach einem Foul Rijkaards weg, da holte der Holland-Star zur hinterlistigen Attacke aus. Es folgte ein legendäres Wortgefecht, in Folge dessen beide Spieler vom Platz flogen. Spektakulär: Beim Verlassen des Rasens spuckte Rijkaard Völler nochmal an, entschuldigte sich aber erst sechs Jahre später: "Ich hatte persönliche Probleme und ging besonders gereizt in das Spiel. Das musste sich entladen."

Lesen Sie hier: TSV 1860: Welche Sperre Efkan Bekiroglu nach der Spuckattacke droht

 

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