Probleme mit Sicherheitsdienst Nächster Ärger: Badegäste beschweren sich über Isar-Security

Hüseyin Ince ist Redakteur im Lokalressort der Abendzeitung.
Künstler RafCosta, hinter ihm die Weideninsel. Foto: Daniel von Loeper

Ein zehnköpfiger Freundeskreis beschwert sich über beliebige Platzverweise und das Verhalten der Sicherheits-Patrouille an der innerstädtischen Isar.

 

München - Der Freundeskreis um Robert F. (28) und den Künstler RafCosta (18) liebt die Isar und verbringt dort gerne Zeit. Aber nach einigen unangenehmen Begegnungen mit der Sicherheits-Patrouille nahe der Weideninsel meldeten sich die beiden im Namen von etwa zehn Personen bei der AZ.

Die Männer wundern sich vor allem über "Platzverweise" und den rüden Umgang der Sicherheitsleute im roten Shirt, die im Auftrag des Baureferats stets zwischen 1. April und 30. September dafür sorgen sollen, dass Ruhezeiten eingehalten werden und sich die Isargäste vernünftig verhalten. "Das ist grundsätzlich auch gut so", sagt RafCosta.

Sicherheitsleute verhalten sich "wie aggressive Türsteher"

Zuletzt kam es an einem Dienstag vor zwei Wochen zu einer merkwürdigen Diskussion. "Wir wurden aufgefordert, die Weideninsel (Schutzzone für Vögel, Anm. d. Red.) zu räumen. Das haben wir eingesehen", sagt Robert F. "Aber warum müssen die so bedrohlich wirken?", fragt sich RafCosta.

Im Halbkreis hätten sich etwa acht Männer um die Gruppe gestellt, mit den Händen in den Hüften. Und das alles, "weil eine Freundin fragte, ob es wirklich nötig ist, die Insel zu verlassen, weil dort seit dem Hochwasser gar keine Vögel brüten, die gestört werden könnten", erzählt F., "wir haben auch nicht darauf bestanden, auf die Weideninsel zurückzukehren." Wie aggressive Türsteher hätten sich die Männer in den roten Shirts verhalten.

Drohung mit Platzverweis

Während die Gruppe mit den Männern diskutierte, habe einer von ihnen plötzlich mit Platzverweis entlang der Isar gedroht, so F. – mit einer Maßnahme also, die man nur von der Polizei kennt. Als Robert F. fragte, ob er das wirklich dürfe, konkretisierte der Sicherheitsmann offenbar: "Ja, bis zum Maria-Einsiedel-Bad darf ich das, bis zu 24 Stunden." RafCosta erinnert sich: "Einem von uns hat ein Sicherheitsmann sogar ein Drei-Tages-Platzverweis ausgesprochen, vom Flaucher bis zur Fraunhoferstraße."

F. verlangte nach dem Ausweis. Der Sicherheitsmann, der sich als Gruppenleiter hervorhob, zeigte laut F. zunächst mit beiden Daumen auf seinen Rücken, wo ja in Großbuchstaben Weiß auf Rot "Sicherheitsdienst" steht. F. bestand aber weiterhin auf einen Ausweis.

Sind die Sicherheitsleute überfordert?

Der Mann zückte nun eine Plastikkarte. Er behauptete, sie gebe ihm Hausrecht an der Isar. "Die Karte war total beliebig", erinnert sich F., "warum haben die nicht eindeutige Ausweise, auf denen steht, dass sie vom Baureferat beauftragt sind? Das wirkte alles so willkürlich." Erst die "Oben-Ohne"-Debatte, nun vielleicht sogar Amtsanmaßung? Sind die Sicherheitsleute überfordert?

Das Baureferat schreibt auf Nachfrage, dass die Wachmänner darum bitten dürfen, die Örtlichkeit zu verlassen. Das sei "ein Synonym für 'Platzverweis'". Doch über welches Areal und welchen Zeitraum sich dieses Recht erstrecken soll, bleibt weiterhin unklar.

Zum angeblich bedrohlichen Auftreten äußerte sich das Baureferat nicht.

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