Probleme am Ostbahnhof Güterzug entgleist in Riem: Die Wut der S-Bahn-Pendler

Daniel von Loeper
Nach dem Güterzug-Unfall in Riem sind die Pendler immer noch von den Beeinträchtigungen betroffen. Foto: Bundespolizei/Daniel von Loeper/AZ

Ein Hemmschuh hat das Chaos bei der Bahn ausgelöst. Der Schaden wird auf vier Millionen Euro geschätzt. Noch immer sind die Pendler von den Beeinträchtigungen betroffen – und ziemlich genervt.

 

München - Morgens am Ostbahnhof: mal wieder schlechte Stimmung. Um kurz nach 8 Uhr kommen an Gleis 2 die Pendler aus Erding und Markt Schwaben an – auch Tage nachdem der Güterzug in Riem entgleist ist, sind sie immer noch von Ausfällen und Verspätungen betroffen.

Eine von ihnen ist Accountmanagerin Victoria Wessel. "Ich bin absolut genervt von der S-Bahn wegen der gehäuften Verspätungen – und dass es obendrein dann auch immer so voll ist", sagt die 26-Jährige der AZ. Leider bleibt einem als S-Bahn-Pendler nichts anderes, als sich in Geduld zu üben und abzuwarten, sagen viele.

Ausgelöst hat das Chaos ein sogenannter Hemmschuh. Er brachte den Güterzug in der Nacht auf Samstag nahe Riem zum Entgleisen. Der Metallkeil sollte verhindern, dass sich der Zug versehentlich selbstständig macht und ins Rollen gerät.

Der Güterzug war mit zwei Hemmschuhen gesichert. Warum sie vor Abfahrt des Zuges nicht entfernt wurden, untersucht die Bundespolizei. Ein Wagenmeister oder ein Rangierer könnte sie vergessen haben. Einen Sabotageakt schließen die Ermittler aus.

Wie lange die Pendler sich auf der Strecke noch in Geduld üben müssen, ist unklar. Der Sachschaden wird auf rund vier Millionen Euro geschätzt.

Koch Björn Neumann (39) zu den Beeinträchtigungen: "Ich fahre schon immer so, dass ich mindestens 20 Minuten früher da bin. Verspätungen sind unschön. Allerdings ist für die S-Bahn-Mitarbeiter sicher auch nicht alles so einfach zu regeln. Ich komme aus Grafing Stadt – da kommt erschwerend hinzu, dass es da eine eingleisige Strecke gibt. Wenn da was hakt, dann kann kein Zug zum Drehen durchfahren."

Manager Michael Wolf (35) plädiert für einen S-Bahn-Ring: "Diese Verspätungen der S-Bahn sind wirklich sehr nervig, weil mir viel Freizeit verloren geht. Mich wundert, dass das von vielen Firmen stillschweigend hingenommen wird. Das Netz müsste viel mehr ausgebaut werden – und es müsste einen S-Bahn-Ring geben, damit man nicht immer auf die Hauptknotenpunkte wie den Stachus angewiesen ist."

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