Präsident zum Saisonauftakt FC Bayern Basketball: Hoeneß wünscht sich Einzug in Euroleague-Playoffs

Die Hände zum Himmel: Der dritte Meistertitel in Serie ist nur ein Saisonziel der Bayern-Basketballer – ob mit oder ohne Cheerleader. Foto: Matthias Balk/dpa

Vor Saisonstart sind nicht alle Bayern-Basketballer so optimistisch wie der scheidende Präsident. Uli Hoeneß wünscht sich neben nationalen Titeln den Einzug in die Playoffs der Euroleague.

 

München - Bayern-Sprecher Andreas Burkert hatte das ganz richtig eingeleitet: Uli Hoeneß saß da zum letzten Mal als Vereinspräsident bei einer Saisoneröffnungs-Pressekonferenz auf dem Podium. "Der 15. November ist eine Zäsur in meinem Leben", sagte der Noch-FCB-Boss, "am 16. werde ich mit meiner Frau frühstücken und keine Pläne haben."

Auch nicht mit seinem "Baby", der Basketballabteilung? "Ich werde mich nicht aufdrängen. Ich hoffe, dass alles gut läuft und ich mich gemütlich in den Audi Dome und die Allianz Arena setzen und Basketball und Fußball genießen kann."

In der 2. Liga hatte vor knapp zehn Jahren alles angefangen, in der Eissporthalle, jetzt spielt man vor fast 7000 Zuschauern im Audi Dome, wohl in zwei Jahren im noch sehr viel größeren SAP Garden. Und dazu all die Erfolge. "Wie viele Meisterschaften haben wir gewonnen?", fragt Hoeneß, "Zwei? Drei?" Der neben ihm sitzende Geschäftsführer Marko Pesic bestätigt: "Drei." Kann man schon mal durcheinander kommen bei all den Meistertiteln in diesem Verein.

Pesic: "Qualitativ und in der Breite deutlich besser"

Dass auf nationaler Ebene gern noch der ein oder andere Titel dazukommen darf, versteht sich fast von selbst. Die Euroleague sieht Pesic dagegen "als die wahrscheinlich beste aller Zeiten" an: "Da sind in diesem Sommer Transfers getätigt worden, die man bis dahin für unmöglich hielt. Auch die Bundesliga ist stärker als letztes Jahr." Den eigenen Kader schätzt Pesic stärker ein als in der vergangenen Saison: "Sicher sind wir qualitativ und in der Breite deutlich besser – auch variabler."

Was das Saisonziel angeht, legte der scheidende Präsident die Latte nochmal schön hoch: "Ich hoffe, dass wir in der EuroLeague die Playoffs erreichen, dann haben wir unser internationales Ziel erreicht." Trainer Dejan Radonjic, der sein Team am Donnerstag erstmals komplett im Training hatte, klang da schon weniger zuversichtlich: "Ich hoffe, dass wir das erste Spiel irgendwie gewinnen können." Wohlgemerkt: Der Meister tritt am kommenden Montag (20.30 Uhr) zuhause gegen Aufsteiger Hamburg an. Sportdirektor Daniele Baiesi resümierte den herausfordernden Sommer samt fünf WM-Abstellungen, sieben Zugängen und einer folgenschweren Verletzung: "Ich bin eher gespannt als happy."

Kein Zeitplan für Bray-Rückkehr

Bis Jahresende muss der Klub auf einen Neuen verzichten: Spielmacher T.J. Bray. Nach einer Operation wegen einer Sehnenverletzung im Fuß "gibt es keinen Zeitplan für seine Rückkehr", so Baiesi. Pesic hofft dagegen, dass der 27-Jährige "bis Weihnachten" zurückkommt. Kurzfristige Transfers seien nicht geplant. Den Ausfall soll DeMarcus Nelson kompensieren, der vom französischen Euroleague-Gegner Villeurbanne kam. Der Verein wollte Bray signalisieren, dass er langfristig mit ihm plane, sagte Pesic und teilte mit, den Vertrag um eine weitere Saison verlängert zu haben: "Wir werden auf ihn warten."

Auch Hoeneß sprach sich gegen einen Ersatz für ein paar Monate aus: "Man muss aufhören, das wie in einem Fifa-Managerspiel zu machen, wo man jeden ein- und austauschen kann. Nachher hast du einen Kader von 30 Leuten mit 15 Unzufriedenen. Im Managerspiel kannst du Messi austauschen und keiner regt sich auf, die können ja nicht reden. Aber wenn du Luca Toni in der Halbzeit austauschst, geht er nach Hause und kommt am Montag nicht zum Training."

FC Bayern will Cheerleader anhören

Nach der von Alba Berlin angekündigten Abschaffung der Cheerleader ("Das Auftreten junger Frauen als attraktive Pausenfüller bei Sportevents passt nicht mehr in unsere Zeit") will der FC Bayern die Situation im eigenen Verein zunächst einmal prüfen. Dabei sollen nach dem Willen der Verantwortlichen vor allem die Cheerleader selbst angehört werden.

"Wenn man dies macht, nur um junge Frauen zu präsentieren, die möglichst wenig anhaben", sagte Präsident Hoeneß, "dann ist die Entscheidung von Berlin richtig. Aber ich sehe das bei uns als Sport und habe nicht das Gefühl, dass es darauf angelegt ist, die Mädchen vorzuführen. Am Ende muss man die Mädchen fragen."

 

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