Porsche 911 Carrera Cabrio: Die Offenbarung

Das neue Maß für sportliches Offenfahren: Das Porsche 911 Carrera Cabriolet. Foto: dpa

Erster Ausflug mit dem neuen Porsche 911 Carrera Cabriolet – und erste Eindrücke von der Technik des neuen Flächenspriegelverdecks

 

Maspalomas Auch ein rundes Jubiläum: Seit 30 Jahren gibt es Cabrio-Versionen des Porsche 911. Pünktlich zum Vorfrühlingserwachen bringen die Stuttgarter die nächste Evolutionsstufe. Mit einer echten Weltneuheit als Dach. Die AZ hat schon ausprobiert, wie es mit dem genialen Teil namens Flächenspriegelverdeck so klappt.

Natürlich basiert das Cabriolet auf dem Ende 2011 gestarteten neuen Neunelfer. Natürlich hat er alle Feinheiten mitbekommen, die diesen auszeichnen. Kleinerer, aber stärkerer Einstiegsmotor im Carrera, gleich großer, aber stärkerer Motor im Carrera S. Noch schneller schaltendes Doppelkupplungsgetriebe PDK oder das drehzahl- und verbrauchssenkende Siebengang-Handschaltgetriebe. Wankstabilisierung und Porsche Torque Vectoring für noch mehr Präzision in der Kurve. Etwas längerer Radstand und etwas breitere Vorderachsspur für mehr Fahrstabilität bei hohem Tempo. Elektromechanische Servolenkung, die mindestens so präzise arbeitet wie die besten herkömmlichen Hydrauliksysteme. Und, und, und.

Aber das ist ja eigentlich klar. Nicht unbedingt selbstverständlich ist die Tatsache, dass noch kein Cabrio zuvor so nah an der geschlossenen Variante dran war wie eben dieser Neuzugang. Die Silhouette zum Beispiel ist praktisch identisch mit der des Coupé. Und auch der Geräusch- und Klimakomfort unterscheidet sich dank einer effektiven Dämmmatte nur marginal. Möglich macht das die schon erwähnte Weltneuheit.

Das Verdeck besteht aus Spezialstoff, in den zwei unterschiedlich große Magnesiumplatten (die Spriegel) eingearbeitet werden. Dazu kommen noch der Dachrahmen und die heizbare Heckscheibe. Dank Alu-Bauteilen und weiterer leichter Magnesium-Komponenten ist das Gesamtpaket sehr leicht ausgefallen – und sehr kompakt: Es passt wegen der Z-Faltung in ein nur 23 Zentimeter hohes und 55 Zentimeter langes Fach.

Schnell ist nicht nur das Auto, sondern auch das Dach. 13 Sekunden reichen zum Öffnen und Schließen per Knopfdruck – und das bis Tempo 50. Im geschlossenen Zustand sind dank vollflächiger Innenverkleidung keinerlei technische Zutaten zu sehen. Die Kopffreiheit entspricht in etwa der des Coupés.

Ebenfalls völlig neu ist das Windschott, das sich per Knopfdruck in nur zwei Sekunden hinter den Vordersitzen aufstellt und dessen großer U-förmiger Bügel bei Nichtgebrauch komplett hinter der winzigen Rücksitzbank verschwindet. Der Effekt ist, so der erste AZ-Test im frühfrühlingshaften Gran Canaria, sehr eindrucksvoll.

Das neue Cabrio gab insgesamt eine überzeugende Vorstellung ab. Ob beim verschärften Kurvenräubern auf der Rennstrecke, beim Cruisen auf der tempolimitierten Autobahn oder beim Kurvengeschlängel auf Passstraßen dritter und vierter Ordnung: Da scheppert nichts, da sorgt die Kombination aus knackiger Lenkung, reichlich Power und extrem gutem Fahrwerk für ein breites Grinsen im Gesicht des Piloten.

350 und 400 PS leisten die zwei Motoren, sie schlucken nach Norm und mit PDK 8,4 und 8,9 Liter, machen die Cabrios maximal 286 und 301 km/h schnell und befördern sie im Idealfall (Sport Plus und PDK) in nur 4,6 und 4,3 Sekunden auf 100. Leider kommt auch dieser Fahrbericht nicht um zwei entscheidende Zahlen herum. Nämlich um die knackigen Basispreise von 100532 für den Carrera und von 114931 Euro für den Carrera S. 

 

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