"Popstars" ist zurück Brauchen wir die Castingshow überhaupt noch?

Die "Popstars"-Band Melouria existierte nur wenige Monate Foto: ddp images

RTL II kündigte gestern an, das Castingformat "Popstars" zurück ins Fernsehen zu bringen. Neben "GNTM", "DSDS", "The Voice" und vielen anderen ist es gefühlt das wohl hundertste Castingformat. Brauchen wir die Show also tatsächlich?

 

München - "Germany's next Topmodel", "Deutschland sucht den Superstar", "The Voice of Germany", "Deutschlands schönste Frau", "Das Supertalent"... Das deutsche TV-Programm ist von Castingshows überflutet. Am Donnerstag kündigte RTL II nun auch noch an, dass Musikformat "Popstars" in einer Neuauflage zurück auf die Bildschirme zu bringen. 2012 war die Sendung nach zehn Staffeln verschwunden, doch für 2015 können sich wieder willige Gesangstalente einer prominenten Jury stellen, in der Hoffnung schließlich einen Platz in der geplanten Girlband zu ergattern. Was genau so neu an dieser Neuauflage sein wird, bleibt abzuwarten. Bis dahin stellt sich allerdings die Frage, ob unsere Fernsehlandschaft tatsächlich noch eine Castingshow braucht.

Castingshows im Quotentief

Die Quoten für Sendungen dieser Art sinken stetig weiter in den Keller. Gerade erst schloss Guido Maria Kretschmers (49) Format "Deutschlands schönste Frau" im Quotentief. Nur 1,84 Millionen Zuschauer schalteten ein - laut "Meedia" ein magerer Gesamtmarktanteil von 5,9 Prozent. Gestartet war die Staffel noch mit 17 Prozent. Erklären lässt sich das wahrscheinlich mit anfänglicher Neugier, schließlich war das Format zum ersten Mal ausgestrahlt worden.

Schwach wie nie zuvor starteten in diesem Jahr auch Heidi Klum (41) und ihre "Topmodels" in die neue Season. Nur 7,9 Prozent Marktanteil, 2,42 Millionen Zuschauer, wollten die Castings sehen. Zum Vorjahr verlor die Show 640.000 Anhänger. Mit 3,65 Millionen Zuschauern und 11,8 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum kann "Deutschland sucht den Superstar" zwar noch immer die meisten Fans begeistern, aber der Abwärtstrend macht auch vor Dieter Bohlen (61) nicht halt. Über fünf Millionen Menschen konnte er zeitweise auch in dieser Staffel noch für sich gewinnen, doch von Show zu Show sinken die Zuschauerzahlen.

Auch "Popstars" war zur Jubiläumsshow 2012 quotentechnisch eher im unteren Bereich angesiedelt. Den Auftakt zu Staffel zehn wollten nur 1,98 Millionen Musik-Fans sehen, 7,6 Prozent Marktanteil. Ob das in diesem Jahr besser wird?

Die Erfolge der Gewinner bleiben aus

Sinkende Zuschauerzahlen könnten auch das mangelnde Interesse an den TV-gemachten Stars nach dem Finale erklären. Die Gewinnerin der letzten Staffel "DSDS", Aneta Sablik (26), musste aufgrund zu geringer Nachfrage sogar Konzerte absagen. Von den Gewinnerinnen von "Germany's next Topmodel" hört und sieht man spätestens nach ihrem Cover auf der "Cosmopolitan" ebenfalls kaum noch etwas und auch mit den RTL-"Supertalenten" ist es nach ihren fünf Minuten Ruhm vorbei.

Die "Popstars" -Bands brachten es in den letzten Staffeln ebenfalls nicht weit. Auflösung bereits nach wenigen Monaten, durchwachsene Chartplatzierungen der Singles, bei der letzten Band Melouria reichte es nicht einmal mehr für ein Album. Immer wieder wurde groß angekündigt, man suche eine Musikgruppe, die an den Erfolg der ersten Gewinner, No Angels, anknüpfen kann, geklappt hat es nie. Ist das wirklich eine Basis für einen glänzenden Auftakt?

 

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