Wiesn-Blaulicht vom 17.09.17 Maßkrug-Schlägerei, Messer-Schmuggel, Nazi-Rufe

, aktualisiert am 18.09.2017 - 13:28 Uhr
Polizisten patroullieren auch dieses Jahr wieder auf dem Oktoberfest-Gelände. Foto: Peter Kneffel/dpa

Gleich der erste Tag auf dem Oktoberfest endete für manche Besucher mit einem Schrecken: Zwei Männer schlugen mit Maßkrügen aufeinander ein, ein 18-Jähriger muss nach einer Maßkrug-Attacke genäht werden und ein schlafender Mexikaner bekommt sein gestohlenes Handy zurück - das Wiesn-Blaulicht vom 17.09.2017. 

 

Kaum hat die Wiesn begonnen, kommt es bereits zu den ersten Diebstählen, Schlägereien und Belästigungen. Gleich mehrere Schläferdiebe trieben ihr Unwesen und der Maßkrug wurde bereits mehrfach zum Wurfinstrument umfunktioniert - das sind die Polizeimeldungen vom Oktoberfest am Sonntag, 17.09.2017:

+++ Fahnder schnappen Taschendieb bei der Arbeit +++

Taschendiebfahnder aus Frankfurt beobachteten am Samstagabend gegen 19 Uhr einen Mann auf dem Kotzhügel, der sich immer wieder schlafenden Personen näherte. Einem betrunkenen Italiener zog er das iPhone aus der Tasche. Als er wieder verschwinden wollte, schnappten die Fahnder zu. 

Auf der Wiesn-Wache wurde bei der Durchsuchung des 29-jährigen Rumänen noch eine gestohlene Jacke gefunden werden. Da er keinen Wohnsitz hat, wurde er dem Ermittlungsrichter vorgeführt, um die Haftfrage zu klären. 

+++ Reinigungskraft klaut Handy und Jacken +++

Kurz nach Ausschankende fiel den Taschendiebfahndern am Samstagabend eine Reinigungskraft im Schottenhamel-Zelt auf, die ein Handy aus einer Handtasche unter der Bierbank nahm. Sie sprachen den Mann an und brachten ihn auf die Wiesn-Wache, wo bei der Durchsuchung auffiel, dass er unter seiner Oberbekleidung noch zwei Jacken trug, die er im Laufe des Tages gestohlen hatte. 

Der 36-jährige Mann aus Äthiopien wohnt in München und wurde nach den polizeilichen Maßnahmen entlassen. 

+++ Dank Videoüberwachung erhält Mexikaner sein Handy zurück +++

Über das Videoüberwachungssystem wurden am Samstagabend gegen 20:30 Uhr drei Männer dabei beobachtet, wie sie einem auf dem Kotzhügel schlafenden Mann das Handy aus der Tasche zogen. Sofort wurden Taschendiebfahnder aus Wien und Rotterdam zusammen mit Zivilfahndern der Wiesn-Wache losgeschickt; sie nahmen die drei Tatverdächtigen - einen 18-jährigen Usbeken, einen 16-jährigen Syrer und einen 18-jährigen Afghanen - noch in Tatortnähe fest. 

Der Bestohlene ist ein 40-jähriger Mexikaner, der aufgrund von 2,34 Promille nichts von dem Diebstahl mitbekommen hat. Er bekam das Handy, ein Sony Xperia, zurück. Die drei Taschendiebe haben alle einen festen Wohnsitz und wurden deshalb nach den Polizeimaßnahmen wieder entlassen. 

+++ Nach Maßkrug-Attacke mit vier Stichen genäht +++

Ein bislang unbekannter Mann schlug einem 18-jährigen Deutsch-Italiener aus Münchner im Bräurosl-Zelt einen Maßkrug ins Gesicht. Der Mechatroniker hatte eine Platzwunde an der Augenbraue und musste mit vier Stichen genäht werden. Zuvor wollte das Opfer einen Streit zwischen dem Unbekannten und einem Freund schlichten. Der Täter ist auf der Flucht. 

+++ "Heil Hitler"-Rufe im Armbrustschützen-Zelt +++

Ein 19-jähriger Ukrainer aus Düsseldorf geriet am Samstagabend im Armbrustschützen-Zelt mit einem Ordner in einen Streit und wurde des Zeltes verwiesen. Daraufhin schrie er mehrfach "Heil Hitler". Der junge Mann wurde zur Wiesn-Wache gebracht, wo man 2,5 Promille in seinem Blut feststellte. Er wurde von einem Freund abgeholt. 

+++ Maßkrug-Schlägerei endet mit zwei Verletzten +++

Ein Schweizer beobachtete am Samstagabend gegen 20:30 Uhr, wie ein 33-jähriger Mann eine Frau anpöbelte, es kam zur Rangelei. Schließlich warfen sich die beiden gegenseitig Maßkrüge an den Kopf. Mehr zu dem Vorfall lesen Sie hier

+++ Vermisster Mann im Festzelt wiedergefunden +++

Bei allen Verletzungen und Diebstählen gibt es auch erfreuliche Meldungen von der Wiesn: Ein 44-jähriger Vermisster mit Down-Syndrom wurde am Samstagabend in einem Zelt wieder aufgefunden. Er fiel Wiesn-Besuchern auf, da er hilflos durch das Zelt lief. Der Mann war am Freitag im Sperrengeschoss der U1 am Hauptbahnhof von seiner Ausflugsgruppe getrennt worden. 

Der Onkel des Mannes holte ihn auf der Wiesn-Wache ab. 

+++ Der Kontrolle entgangen: Franzose mit Messer auf der Wiesn +++

Ein Deutsch-Franzose entging am Samstag den Einlasskontrollen am Eingang zur Schaustellerstraße und konnte mit seinem (auf dem Gelände verbotenen) Rucksack die Theresienwiese betreten. Bei einer Selektivkontrolle fiel der 20-Jährige auf. Und tatsächlich fanden sie in seinem Rucksack ein Einhandmesser (ähnlich einem Taschenmesser). 

Dieses wurde dem Mann abgenommen und er musste für die Sicherheitsleistung 110 Euro bezahlen. 

+++  Nach sexueller Belästigung in Ausnüchterungsgewahrsam +++

Ein 18-jähriger kolumbianischer Tourist griff am Samstagabend gegen 19:30 Uhr einer 24-jährigen Münchnerin nahe des Café Guglhupf Hand an den Po. Der Freund der Belästigten hielt den Mann fest und übergab ihn der Wiesn-Wache. Er wurde angezeigt und wurde in Ausnüchterungsgewahrsam genommen. 

Lesen Sie hier den AZ-Liveblog vom Oktoberfest 2017: Trachtenumzug zu Ende - Hackerbrücke dicht!

 

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