Polizei hat die Eltern ermittelt Ausgesetzter Säugling: Anzeige gegen Vater erstattet!

Ein Polizeiauto parkt am Fundort des Findelkindes. Foto: Daniel von Loeper

Die Eltern des Findelkindes sind ermittelt: Es handelt sich um ein Ehepaar aus der Nachbarschaft. Der Vater wurde wegen des Verdachts einer Kindesaussetzung angezeigt.

 

München - Die Fingerchen des kleinen Mädchens waren blau und ganz eiskalt. Das Mädchen lag auf einer Jacke in der Babyschale. Nur eine Fleecedecke halb über das empfindliche Köpfchen gezogen und ohne wärmende Handschuhe, weinte das Baby fast 20 Minuten in der Kälte, ehe es ein Münchner Fotograf fand, sich sofort darum kümmerte und die Polizei rief.

"Ich habe das Baby aus der Schale genommen, an mich gedrückt und versucht, es zu wärmen", erzählt Peter Kneffel. Anschließend setzte sich der Mitarbeiter der Nachrichtenagentur dpa in seinen VW-Bus und drehte die Standheizung voll auf. "Innerhalb weniger Minuten war es im Auto warm wie in einer Sauna", sagt der 50-Jährige. Er und seine Freundin waren nur zufällig in dem Mietshauskomplex an der Petra-Kelly-Straße, sie wollten einige Sachen einer Verwandten aus deren Wohnung abholen.

Polizei ermittelt gegen Vater des Kindes

Als junge Eltern vorbeikamen und dem Baby ein Fläschchen mit Milch brachten, ging es dem kleinen Findelkind schon deutlich besser. "Es hatte Hunger und hat das ganze Fläschchen ausgetrunken", erzählt Peter Kneffel. Ein Kindernotarzt brachte das Mädchen später zur Beobachtung in eine Kinderklinik.

Die Eltern des Mädchens müssen Jugendamt und Polizei eine Menge erklären. Der Vater, ein 28-jähriger Angestellter, sollte sich am Neujahrstag um seine Tochter kümmern. Wo sich die Mutter (31) aufhielt, ist nicht bekannt. Der Vater stellte das Kind in der Babyschale am Nachmittag in dem kalten, zugigen Hausdurchgang ab und verschwand.

"Warum er das tat, ist unklar", sagt Polizeisprecher Florian Hirschauer. Der Vater musste eine Blutprobe für einen Alkohol- und Drogentest abgeben. Es wird geprüft, ob ein strafrechtlicher Hintergrund vorliegt, ob das Kind ausgesetzt oder schlicht vergessen wurde. Das Jugendamt entscheidet, wohin das Baby kommt.

 

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