Polen veröffentlicht SS-Mannschaft Das sind die Gesichter von Auschwitz

Bisher haben die Experten 848 Personen auf der Liste auch ein Bild zuweisen können. Darunter wurden die folgenden Bilder veröffentlicht. Foto: http://truthaboutcamps.eu/th/zaloga-ss-kl-auschwitz/16816,Zaloga-SS-KL-Auschwitz.html

„Wir zeigen, wer die SS-Männer waren“: Polen veröffentlicht Tausende Namen aus der Mannschaft des Konzentrationslagers.

 

Albin Ackermann wurde 1901 in Mühlhausen geboren, absolvierte die Volksschule, arbeitete danach als Kellner. Ein bis dahin ganz normales Leben, doch dann kommt der Krieg. Und Ackermann wird SS-Sturmmann im KZ Ausschwitz.

Sein Name steht auf einer Liste von etwa 8500 SS-Männern des deutschen Konzentrationslagers. Die Auflistung sowie Fotos und Gerichtsurteile gegen SS-Funktionäre wurden Anfang der Woche von Polen im Internet zugänglich gemacht, teilte das Krakauer Büro der polnischen Behörde des Nationalen Gedenkens (IPN) mit. Daneben wurden Angaben zu weiteren Mitarbeitern des Lagers und Nebenlagern gesammelt. Insgesamt soll es sich um rund 10 000 Namen handeln, schreibt der „Spiegel“.

Regierung fürchtet um Polens Ruf

„Wir zeigen die Besatzung und zeigen, wer die SS-Männer waren“, sagte IPN-Vorsitzender Jaroslaw Szarek zu der Veröffentlichung. Szarek bezeichnete das Projekt als Antwort auf die historisch falsche Bezeichnung „polnische Todeslager“. Die nationalkonservative Regierung will den Ruf Polens schützen und die Verwendung des historisch falschen Ausdrucks für deutsche Vernichtungslager im besetzten Polen während des Zweiten Weltkrieges sogar mit bis zu drei Jahren Haft bestrafen. Das Parlament arbeitet an einem entsprechenden Gesetzesentwurf.

Entstanden ist die Datenbank in Zusammenarbeit mit dem Forscher Aleksander Lasik von der Universität Bydgoszcz.

Daten-Sammlung für weitere KZs geplant

Die Daten-Sammlung soll den Angaben zufolge um weitere deutsche Lager ergänzt werden. Im KZ Auschwitz wurden während des Nazi-Regimes mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet. Was sagen die Deutschen zu der Online-Veröffentlichung? Der „Spiegel“ zitiert die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung Nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg so: „Wir haben das im Auge“, sagte der stellvertretende Behördenleiter Thomas Will. Er erwarte aber nicht, dass die Datenbank für deutsche Ermittler viele Erkenntnisse bringen werde. „Uns dürften die Namen bekannt sein“, glaubt Will.

Dennoch wolle die Behörde „noch einmal Kontakt zu unserem polnischen Kollegen aufnehmen“, um abzuklären, ob neues Material dabei ist.

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