Pokalsieg gegen Brose Base Bamberg Hoeneß wertet Drama-Sieg des FC Bayern als beste Werbung

Leistungsträger beim FC Bayern Basketball: Reggie Redding (li.) und Nihad Djedovic. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Nach dem Pokalspiel gegen die Brose Baskets Bamberg lobt Uli Hoeneß die Mannschaft des FC Bayern für ihre Nervenstärke – und sagt: "Basketball ist noch viel dramatischer als Fußball." Nun geht’s im Halbfinale des BBL Pokal gegen ratiopharm Ulm.

München - Als die Schlusssirene dem Pokalkrimi ein Ende gesetzt hatte und Bayern mit dem 101:97 nach Verlängerung als Sieger dieses mitreißenden Basketballspiels gegen Bamberg feststand, sprang Uli Hoeneß auf und stürmte aufs Spielfeld. Der Präsident des FC Bayern hatte nur ein Ziel: Reggie Redding.

Uli Hoeneß: "Entscheidend, Nervenstärke zu haben"

Inmitten des Tumults, für das die Spieler, Trainer und Kamerateams auf dem Parkett sorgten, schnappte er sich den US-Amerikaner. Er wollte es sich nicht nehmen lassen, dem Topscorer persönlich zur starken Leistung zu gratulieren. "Er hat eine überragende Partie geliefert", sagte Hoeneß auf AZ-Nachfrage: "Für mich als ehemaligen Sportler ist es entscheidend, die Nervenstärke in den entscheidenden Momenten zu haben und die Freiwürfe dann auch reinzuwerfen." Das hatte Redding bei allen seinen sieben Versuchen von der Linie getan und insgesamt 24 Punkte erzielt. Dass er den Court mit seinem Team als Sieger verlassen würde, war zwischenzeitlich trotzdem ziemlich fraglich.

Denn 31 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit war aus der knappen Führung der Bayern plötzlich ein Sechs-Punkte-Rückstand geworden. "Da dachte ich: ,Verdammt, wir haben das Spiel aus der Hand gegeben’", sagte Redding ehrlich. Auch Hoeneß gab zu, dass er beim Spielstand von 80:86 schon nicht mehr an einen Sieg geglaubt hatte.

"Ich habe mir gedacht: ,Irgendwann muss der Hobbs einen Dreier werfen’", sagte der 66-Jährige, "und dann hat er mir meinen Wunsch erfüllt." Sechs Sekunden vor Schluss traf Nihad Djedovic zum 85:86. Weil sich Bambergs Maodo Lo dabei ohne Not zu einem Foul hinreißen ließ, konnte Djedovic den FCBB per Freiwurf doch noch in die Verlängerung retten.

Uli Hoeneß schwärmt von Basketball

"Ich will nicht mit dem Finger auf jemanden zeigen", kommentierte Bambergs Assistenzcoach Ilias Kantzouris, der Cheftrainer Andrea Trinchieri (Schulter-OP) vertrat, die Schlüsselszene: "Aber Maodo Lo hätte bei dem Angriff einfach nur weglaufen müssen." Stattdessen nahm das Bayern-Wunder seinen Lauf.

"Die Mannschaft gibt nicht auf und zeigt dann, wenn es darauf ankommt, Stärken, die man nicht mehr vermutet", sagte Hoeneß: "Das gibt es eigentlich nur im Basketball, dass die Dinge sich in Sekunden derart verändern können. Basketball ist noch viel dramatischer als Fußball."

Basketball-Fans: Bayern-Präsident Uli Hoeneß und Ehefrau Susi.

Basketball-Fans: Bayern-Präsident Uli Hoeneß und Ehefrau Susi. (Foto: Rauchensteiner/Augenklick)

Den Drama-Sieg seiner Bayern sah er als beste Werbung: "Jeder, der das Spiel gesehen hat, muss sich ganz einfach für diesen Sport begeistern. Und das ist ja der Sinn, warum wir uns da so anstrengen." Ganz nebenbei tun die Bayern das aber auch, um dem Klub Trophäen zu sichern. "Der Pokal bietet die Möglichkeit, mit relativ wenig Spielen einen Titel zu gewinnen", so Hoeneß, "insofern ist das schon eine feine Sache, dass wir das Top-Four-Turnier erreicht haben." Dort treffen die Münchner am 17. Februar nun auf Ausrichter Ulm.

Uli Hoeneß bremst Euphorie

Mit dem Pokalsieg würden die Bayern ein erstes Ausrufezeichen hinter ihre Ambitionen setzen, Bamberg als Dauerchampion abzulösen. "Ich bin nicht der Meinung, dass wir in diesem Jahr die Wachablösung im Basketball sehen", bremste aber ausgerechnet der sonst so forsche Hoeneß. "Wir müssen uns sehr, sehr anstrengen, dass wir die in Schach halten, in Pokal und Meisterschaft."

Dort sind die Bayern aktuell mit zehn Punkten Vorsprung auf Bamberg Tabellenführer. Der packende Pokalfight machte aber eins bereits jetzt deutlich: Die Playoffs um den Titel werden dramatisch.

 

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