Pläne werden konkret Isarflussbad: . . . und Seppi gibt den Bademeister!

Wie einst David Hasselhoff: Bürgermeister Josef Schmid will selbst einen Tag Dienst als Bademeister tun, sollte an der Isar tatsächlich ein Flussbad gebaut werden. Foto: Urbanauten, Imago; Montage: AZ/Reinhard Ittner

Der Stadtrat will nun tatsächlich die Planung eines Isarflussbades vorantreiben. Bürgermeister Schmid verspricht: Wenn es so weit ist, macht er selbst den Rettungsschwimmer.

München - Eigentlich hätte zwischen dem Deutschen Museum und den Patentämtern gestern schon mal ein Probelauf stattfinden sollen: Die Planschfanatiker des Vereins Isarlust hatten zu einem beherzten Sprung in das gut 14 Grad kalte Wasser geladen. Der liebe Gott hatte aber leider etwas dagegen.

Zwar war es gestern phasenweise sogar sonnig, aber in den vergangenen Wochen hat es einfach zu viel geregnet. Am Sonntagmittag kam deshalb die Absage: Pegel minimal zu hoch, das geplante Treibenlassen in der Isar muss deshalb um zwei Wochen verschoben werden.

Die Isarfreunde werden das sicher bedauert haben. Vielleicht macht den ausgefallenen Badespaß aber der Umstand ein wenig leichter erträglich, dass am morgigen Dienstag im Rathaus eine weitreichende Entscheidung fallen soll. Umweltreferentin Stephanie Jacobs (parteifrei) will dem Stadtrat dann vorschlagen, Planungen für ein Isarflussbad einzuleiten.

Ein solches Flussbad gab es schon einmal. Zu Zeiten, als es Fotos noch grundsätzlich schwarz-weiß waren, fläzten gegenüber von Sankt Lukas die Münchner auf den Kiesstränden am Kabelsteg und erfrischten sich in der Isar.

Mit diesem Vergnügen war es spätestens vorbei, als die Stadt in den 70er Jahren die Bade- und Bootsverordnung erließ und das Planschen in der Isar fortan nur noch an ausgewählten Abschnitten erlaubt war.

Seit einigen Jahren finden sich nun immer mehr Leute zusammen, die sich für ein Wiederaufleben der Badekultur einsetzen. Auch Bürgermeister Seppi Schmid (CSU) ist ein bekennender Anhänger. Die Idee gefällt ihm sogar so sehr, dass er sich selbst in ihren Dienst stellt. „Wenn es soweit ist, werde ich bei der Eröffnung gerne einen Tag lang die Bademeister unterstützen“, so der 46-Jährige.

Wird Schmid also schon bald in Baywatch-Outfit an der Isar patrouillieren – so wie es einst David Hasselhoff am Strand von Malibu getan hat? Ausgeschlossen ist das nicht. Allerdings: Ein paar Jahre werden wohl schon noch vergehen.

Vor 2022 wird es voraussichtlich nichts mit dem Isarbad. Morgen will der Stadtrat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, die nimmt ein Jahr in Anspruch. Dann folgen drei bis vier Jahre für Planung und Bauzeit. Und für die Eröffnung im Sommer 2021 wird es dann wohl schon zu spät.

Sollte es Bürgermeister Schmid mit seinem Bademeister-Versprechen also ernst meinen, wird er sich die kommenden Jahre ordentlich in Form halten müssen – oder bei der Planung ein bisschen anschieben.

 

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