Pinakothek der Moderne Auf luftigen Höhen

Die temporäre "Schaustelle" (r) und die Pinakothek der Moderne (l). Das Museum muss wegen Rissen im Mauerwerk saniert werden und wird monatelang geschlossen. Foto: Rainer Viertlböck

Chance mit Risiken: Ab April zieht die Pinakothek der Moderne in die provisorische Schaustelle um

 

Beinahe hätte die Begehung nicht stattgefunden. Aber dann durfte man doch auf eigene Gefahr die 17 Meter hohe Plattform der temporären „Schaustelle“ neben der Pinakothek der Moderne erklimmen. Und eine Ahnung gewinnen, was dieser Ort hoch über dem Kunstareal an einem Sommerabend bieten könnte. Anhaltender Schneefall ist nicht die ideale Witterung für den Bau, der die sieben Monate sanierungsbedingte Schließung der Pinakothek der Moderne überbrücken soll. Und die Erinnerung daran wach halten, dass der für das Gelände geplante zweite Bauabschnitt weiterhin auf Realisierung wartet.

Die 750 000 Euro Baukosten haben zu je einem Drittel der Freistaat, die Stiftung Pinakothek der Moderne und der Sponsor Audi AG geteilt. Die offene Rohrgerüst-Konstruktion des Berliner Architekten Jürgen Mayer H. birgt im Erdgeschoss einen 250 Quadratmeter großen geschlossenen Schauraum, eine Außentreppe und zwei offene Plattformen. Die größere mit 150 Quadratmetern liegt auf sechs Metern Höhe, die oberste Plattform wirkt im Vergleich dazu eher wie ein Balkon – mit noch gut 80 Quadratmetern.

Keine Frage, dieser öffentliche Außenraum könnte spektakulär werden. Der nüchterne, schmale Schauraum enttäuscht allerdings: Hier sollen sich die vier Teilsammlungen der Pinakothek der Moderne in den kommenden Monaten präsentieren – und nebenbei das Museum ein Stück weit neu erfinden. Florian Hufnagl von der Neuen Sammlung, Michael Senff von der Graphischen, Bernhart Schwenk, Kurator für Gegenwartskunst, und Andreas Lepik vom Architekturmuseum freuen sich über die ungewohnt enge Zusammenarbeit. Doch ihr Programm klingt vage. „Die Schaustelle erstellt sich selbst“ lautet das Motto, mit dem Programmkoordinatorin Corinne Rose die Ersatzspielstätte überschreibt. Das heißt, das ephemere Gebäude selbst gibt „Metathemen wie Spontaneität, Mobilität, Wiederverwertbarkeit, Transparenz und Partizipation“ vor.

Von 9. März bis 7. April wird eine noch für die Pinakothek geplante Otto-Künzli-Ausstellung gezeigt, am 13. April folgt die offizielle Eröffnung der Schaustelle. Bei freiem Eintritt wird es diverse Kooperationen geben, etwa eine Bild-Klang-Performance mit den Kammerspielen. Architekturstudenten sollen eine Art Hüttendorf aus Kleinstbehausungen entstehen lassen, das Festival „Kino der Kunst“ wird hier sein Zentrum haben. Darüber hinaus gibt es „Urban Gardening“, in dessen Rahmen auch Hopfen gezogen wird. Beim anschließenden Bierbrauen will Kunstminister Heubisch persönlich „mitmischen“. Falls die FDP nach der Landtagswahl noch den Minister stellt.

Ab 13. April, Mi – So 12 bis 20 Uhr; www.schaustelle-pdm.de

 

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