Pilotprojekt Wohnungstausch-Börse in München: So sähen die Mieten aus

Ein Wohnungstausch kann sich lohnen (Symbolfoto) Foto: Jens Kalaene/dpa

Wer seine große gegen eine kleinere Wohnung in München tauschen will, findet bald eine Plattform dafür. Welche Vorteile so ein Tausch bringt und wie die Mieten aussähen.

 

München - Das Problem ist lange bekannt, die Stadtrats-CSU thematisiert es seit einem Jahr, zuletzt war auch die SPD aufgesprungen mit der Frage: Wann endlich organisiert die Stadt die Möglichkeit eines Wohnungs-Tauschs?

Denn soviel ist klar: Viele ältere Münchner leben heute allein in großen Drei-, oder Vierzimmer-Wohnungen, weil ihre Kinder längst ausgezogen und oft Partner verstorben sind. Häufig sind die Mietverträge Jahrzehnte alt und die Mieten entsprechend günstig, gerade bei Wohnungen der städtischen Wohnungsbaugesellschaften Gewofag und GWG. Umgekehrt gibt es zig Familien, die mit kleinen Kindern in zu kleinen Wohnungen festsitzen, weil es auf dem engen Mietmarkt der Stadt einfach keine größere Wohnung für sie gibt, schon gar keine, die halbwegs bezahlbar ist.

München: Pilotprojekt zu digitaler "Wohnungsbörse"

Wer bislang bei GWG und Gewofag nach Zahlen gefragt hat, bekam stets die Antwort: Wissen wir nicht, wir erfassen nicht, wer allein in einer zu großen Wohnung lebt. Ohnehin gebe es keine Möglichkeit, einen älteren Menschen zu bewegen, in eine kleinere Wohnung umzuziehen. Die Bereitschaft sei schon deshalb klein, weil die neue, kleinere Wohnung mit neuem Mietvertrag teurer wäre als die angestammte große Wohnung.

Doch jetzt endlich bewegt sich etwas. Am Donnerstag will der Sozialausschuss ein Pilotprojekt zu einer digitalen "Wohnungsbörse" beschließen. Dort soll man gleich dreierlei können: Eine große gegen eine kleine Wohnung tauschen. Einen Untermieter finden für ein Zimmer, das man in einer zu großen Wohnung abgeben kann. Und Hilfe zur Frage bekommen, ob die eigene Wohnung etwa baulich teilbar (oder umgekehrt, mit der Nachbarwohnung zusammen vergrößerbar) ist.

Die Gewofag hat 842 große Familienwohnungen mit vier oder mehr Zimmern, die nicht als Sozialwohnungen gebunden sind. Dazu kommen 1410 bei der GWG. Sie alle kommen für einen Tausch infrage, auch zwischen beiden Gesellschaften könne getauscht werden, heißt es im Vorschlag des Sozialreferats. Aber auch Mieter auf dem freien Wohnungsmarkt können sich beteiligen.

Wohungstausch - groß gegen klein?

Ein paar Motivationshilfen, eine große Wohnung aufzugeben, hat sich das Sozialreferat auch einfallen lassen: Man darf beim Umzug nun doch die alte Günstigmiete mitnehmen. Wer etwa 600 Euro kalt für 100 Quadratmeter bezahlt hat, zahlt auch in der 40-Quadratmeter-Wohnung weiter 600 Euro (auch wenn die bei einer normalen Neuvermietung viel teurer wäre).

Neben dem Punkt, dass man in einer kleineren Wohnung Kosten für Strom und Heizung spart und weniger putzen muss, könnte auch das einige Senioren überzeugen: Die Stadt soll laut dem Vorschlag die Umzugskosten übernehmen und die neue kleine Wohnung barrierefrei umbauen. Und wer untervermieten will, bekommt drei bis sechs Monate eine "enge Begleitung".

 

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