Pfiffe gegen Gündogan "Erdo-Gate": Jetzt schaltet sich sogar Kanzlerin Merkel ein

Ilkay Gündogan wurde beim Spiel der deutschen Mannschaft gegen Saudi-Arabien ausgepfiffen. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Unding. Foto: Kay Nietfeld/dpa/GES/Augenklick/AZ

Das Treffen zwischen Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan schlägt weiter hohe Wellen. So hohe, dass sich jetzt sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Thema geäußert hat.

 

Berlin - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für die wegen ihrer Erdogan-Fotos in die Kritik geratenen Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan eingesetzt.

"Ich glaube, die beiden Spieler haben nicht bedacht, was das Foto auslöst mit dem Präsidenten Erdogan", sagte Merkel am Sonntagabend bei "Anne Will" in der "ARD" über den Vorfall, der mittlerweile schon als "Erdo-Gate" bezeichnet wird. Sie sei überzeugt, dass beide die deutschen Fans in keiner Weise enttäuschen wollten. Sie habe es sehr berührend empfunden, dass Gündogan trotzdem gesagt habe, er spiele gerne für Deutschland und sei gerne Mitglied der Nationalmannschaft.

Die Kanzlerin ergänzte: "Ich finde, wir brauchen die jetzt alle, damit wir gut abschneiden." Gündogan und Özil gehörten zur Nationalmannschaft, "und deshalb würde ich mich freuen, wenn mancher Fan auch klatschen könnte". Beim Testspiel der deutschen Mannschaft gegen Saudi-Arabien am Freitag (2:1) wurde der eingewechselte Gündogan bei jeder Ballberührung gnadenlos von den deutschen Fans ausgepfiffen.

Russland-Reise von Merkel noch nicht sicher

Auf die Frage, ob sie trotz ihrer Kritik am russischen Präsidenten Wladimir Putin zu Spielen der deutschen Mannschaft reisen werde, sagte Merkel, dies könne gut sein. Solche Reisen verstießen nicht gegen ihre Prinzipien. Sie müsse ihre Entscheidung aber an die sonstigen Verpflichtungen anpassen.

Die Fußball-Weltmeisterschaft sei an Russland vergeben worden, sie wünsche dem deutschen Team alles Gute. Falls sie nach Russland fahre, könne sie dies vielleicht sogar zu politischen Gesprächen nutzen – ohne Sprechen werde man in Konflikten überhaupt keine Lösung finden.

Özil und Gündogan hatten mit gemeinsamen Fotos mit dem umstrittenen türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für Wirbel gesorgt, der auch die WM-Vorbereitung der DFB-Auswahl überschattete. Gündogan hatte sich zuletzt erklärt und ein öffentliches Bekenntnis zu seinem Geburtsland Deutschland abgelegt. Von Özil gibt es dagegen noch keine Stellungnahme.

 
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