"Perfekte Kandidatin" Markus Söder auf Kuschelkurs mit OB-Kandidatin Kristina Frank

Emily Engels ist Rathaus-Reporterin der Abendzeitung.
Markus Söder hält kurz inne vor einem Wahlplakat mit der OB-Kandidatin der CSU, Kristina Frank. Foto: CSU

Ministerpräsident Markus Söder spricht von großen Herausforderungen – und erklärt, warum Kristina Frank eine der "begabtesten Nachwuchshoffnungen" für Partei und Stadt sei.

 

München - Was er an der CSU-Wahlkampfkampagne mit dem Slogan "Wieder München werden" so modern finde? Ministerpräsident Markus Söder hält kurz inne. Dann sagt er: "Einfach alles." Kurz zuvor hatte Söder OB-Kandidatin Kristina Frank in höchsten Tönen gelobt: "Sie ist die perfekte Kandidatin – und eine unserer begabtesten Nachwuchshoffnungen." Für so einen Job, so Söder, brauche man auch "eine gewisse psychische Robustheit".

Vor einigen Wochen wirkte es nicht so, als hätte die Münchner CSU mit ihrer OB Kandidatin Rückenwind von Söder. Der "Merkur" hat jüngst davon berichtet, dass Söder die Kampagne für ein strategisches Desaster hält.

Gestern soll das vergessen wirken. Dieses Signal wollen die beiden offenbar mit ihrem gemeinsamen Auftritt setzen. Da spricht Söder davon, wie München auch in Zukunft die "schönste Millionenstadt Deutschlands" bleiben kann. Für Söder geht das ganz klar nur mit der CSU in der Regierung. "Eine Zukunft ohne CSU ist für mich kaum vorstellbar", sagt er. Die vergangenen sechs Jahre Schwarz-Rot hätten der Stadt sehr gut getan.

Frank über Söder: "Sind uns in vielem einig"

Ob die CSU nach der Kommunalwahl im März weiterhin regieren wird, ist derzeit noch alles andere als vorhersehbar. In der repräsentativen Studie der AZ lag die CSU mit 24,06 Prozent zwar vorne – aber nur um wenige Prozentpunkte.

Trotzdem malt Söder schon jetzt ein Zukunftsbild für die Stadt – unter der Regierung der CSU. Er spricht von einem Beschleunigungsprogramm, bei dem es unter anderem darum gehen werde, große Probleme wie die Not in der Pflege oder das große Verkehrsproblem der Stadt anzupacken. Söder schlägt etwa die Ausweitung des 365-Euro-Tickets für den ÖPNV auch für Studenten vor. Für eine "passgenaue Begleitung" dieser Ziele sei es wichtig, das München achter Regierungsbezirk werde. "Derzeit ist München eine von vielen Städten in Bayern", sagt Söder. Als eigener Regierungsbezirk – und mit mehr Stadträten – könnten Vorhaben schneller vorangetrieben werden.

Bei Kristina Frank scheint die Kritik von Markus Söder vergessen – auch sie findet warme Worte. "Wir sind uns in vielem einig", lobt sie zurück. "In Themen Tatendrang und Leidenschaft für mein München." Sie sagt übrigens ganz klar "Ja" zum Wachstum für die Stadt, "aber nicht so unkontrolliert wie 24 Jahre Rot-Grün." Unterstützung im Wahlkampf verspricht auch Generalsekretär Markus Blume. Ab heute sei die CSU auch an den Litfaßsäulen sichtbar – kündigt er an. Und Söder? Der lässt doch ein wenig Zweifel am Wahlerfolg in München durchklingen, als er zu Kristina Frank fast tröstend sagt: "Ich bin der festen Überzeugung, dass du eine große Zukunft vor dir hast", sagt er. "Vielleicht nicht als Oberbürgermeisterin, das entscheiden die Wähler, aber wer weiß, wo sonst noch."

 

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