Passantenfrequenzen Wieder hängt die Kaufingerstraße in München alle ab

Die Fußgängerzone in der Kaufingerstraße gehört bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen zu den beliebtesten Einkaufsmeilen in der gesamten Stadt. Foto: imago

Alle Jahre wieder spielt die Kaufingerstraße in einer anderen Liga: Seit 2013 ist die Shoppingmeile in der Münchner City die am besten frequentierte im Vergleich zur Konkurrenz. Einmal mehr wertete "BNP Paribas Real Estate" die Passantenfrequenzen in deutschen Großstädten aus.

 

München – Es ist ein bisschen so, als ob man die Bundesliga-Tabelle lesen würde und der FC Bayern als Rekordmeister die anderen Mannschaften mal wieder abhängt: Mit dem feinen Unterschied, dass beispielsweise Hamburg - erreicht wie die Hauptstadt Berlin keine Top-Platzierung in diesem Ranking - aber natürlich nicht wie der HSV in der 2. Liga spielt. 

"Die Entwicklung der Passantenfrequenzen in den Top-Lagen deutscher Innenstädte ist und bleibt ein ebenso bedeutendes wie viel diskutiertes Thema der unterschiedlichsten Akteure in der Einzelhandelslandschaft", beschreibt der internationale Immobiliendienstleister "BNP Paribas Real Estate" seine für 95 Zählpunkte in 27 deutschen Städten durchgeführte Auswertung.


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Die wichtigste Erkenntnis einer Frequenzanalyse sei dabei weniger die genaue Personenzahl, die für eine Lage in der Stunde gezählt wurde, als vielmehr die Größenordnung des Kundenpotenzials und die Hierarchie der berücksichtigten Shoppingmeilen im innerstädtischen sowie im bundesweiten Kontext.

In einer eigenen Liga spielt Jahr für Jahr bereits seit 2013 die Kaufingerstraße in München, die sich mit knapp 12.900 Passanten abermals an die Spitze der Frequenz-Tabelle setzt. Bei der letztjährigen europaweit durchgeführten Zählung in insgesamt 23 Städten und 19 Ländern bedeutete ein vergleichbares Resultat (12.832 Personen) sogar Rang zwei hinter der Londoner Oxford Street.


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Passantenfrequenzen: Das sind die Vorzüge von Köln 

"Vor diesem Hintergrund lässt sich mit Blick auf die Ergebnisse der Zählung im Sommer 2018 festhalten, dass ein stündliches Passantenaufkommen von rund 5.000 Menschen für eine Konsumlage ein überdurchschnittliches Resultat ist. Mit mehr als 7.000 Passanten stehen die Chancen auf eine Top-10-Platzierung gut, während über die fünf besten Flaniermeilen deutlich mehr als 8.000 Shoppingwillige schlendern und für einen der drei Podestplätze mindestens 10.400 Personen nötig sind", sagt Christoph Scharf, Geschäftsführer der "BNP Paribas Real Estate GmbH" und Head of Retail Services.

Mit etwas Abstand auf Position zwei folgt die Kölner Schildergasse, die sich mit rund 11.400 Passanten zum dritten Mal in Folge die zweitbelebteste deutsche Shoppingmeile nennen darf. Zusammen mit dem Wallrafplatz (8.200, Rang fünf) und der Hohe Straße (7.200, Rang zehn) bietet der Einzelhandelsmarkt der Domstadt gleich drei Top-10-Lagen - das schafft selbst Überflieger München nicht. 

Passantenfrequenzen: Das sind die "Nachteile" von Berlin und Hamburg

Dass die beiden größten Städte Berlin und Hamburg nicht in der Spitzengruppe auftauchen, erklärt sich mit Blick auf die Einzelhandelsmärkte der Haupt- bzw. Hansestadt: In Berlin locken die verschiedenen Retail-Hotspots ganz unterschiedliche Zielgruppen an und sorgen für eine Verteilung der Passantenströme über das sehr große Innenstadtgebiet.

In Hamburg machen die zahlreichen Projekte, zu denen neben dem Alten Wall und den Stadthöfen unter anderem die Planungen zum Umbau des Hamburger Hofs sowie die noch ungewisse Zukunft des Hanseviertels zählen, die Entwicklung der Wegebeziehungen und Frequenzen in der Innenstadt vielfältiger und noch zukunftsfähiger. Abgesehen davon wurden am Zähltag (9.6.2018) in den parallel verlaufenden Top-Lagen Mönckeberg- und Spitalerstraße zusammengenommen knapp 12.000 Personen in der Stunde registriert, was ein deutliches Indiz für das hohe Kundenpotenzial des konsumigen östlichen Bereichs der Hamburger City ist.

 

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