Ortstermin beantragt München: Für Bar-Lärm am St.-Anna-Platz gibt es noch keine Lösung

Im Streit um Bar-Lärm am St.-Anna-Platz soll jetzt ein Ortstermin Klarheit bringen. Foto: Sigi Müller

Im Streit um Bar-Lärm am St.-Anna-Platz gibt es noch keine Lösung. Am Ende könnte sogar OB Dieter Reiter ein Machtwort sprechen.

 

Lehel - Vor zwei Monaten hat erstmals eine Anwohnerin des St.-Anna-Platzes dem Bezirksausschuss (BA) Altstadt-Lehel ihr Leid geklagt. "Zu viel Lärm", sei das am späten Abend – und zwar so, dass man nach 23 Uhr bei offenem Fenster nicht mehr schlafen könne, "sobald es etwas wärmer wird". Einen Monat später, im April, sprach ein weiterer Anwohner beim BA vor. "Ich fühle mich von der Stadtteil-Politik komplett alleine gelassen", sagte der Mann. Und: "Haben Sie gehört, wie laut es war, als bei der BA-Sitzung im Hofbräuhaus kurz das Fenster geöffnet wurde? So ist das am St.-Anna-Platz abends!"

Lärm am St.-Anna-Platz: Keine endgültige Lösung in Sicht

Seit April hat sich zwar einiges getan, aber eine endgültige Lösung für das Problem ist nicht in Sicht. Der BA hat die zuständige Bezirksinspektion (BI) aufgefordert, häufiger die Schließzeiten für Freischankflächen zu kontrollieren. Gleichzeitig machten sich einige BA-Mitglieder ein eigenes Bild von der Lage am St.-Anna-Platz. Vier Restaurant und Bars ballen sich dort. Etwa 200 Gäste haben im Freien Platz. Und bei der Diskussion der BA-Sitzung am Dienstagabend wurde klar, dass die meisten Lokale die Schließzeiten für Freischankflächen einhalten: 22 Uhr unter der Woche, 23 Uhr am Wochenende. Doch woher kommt dann der Lärm?

Ein Lokal verletzt die Schließzeiten am St.-Anna-Platz

"Es hat sich herausgestellt, dass ein Lokal regelmäßig die Schließzeiten nicht beachtet", sagte Markus Stadler (Grüne), "alle anderen achten akribisch auf Ruhezeiten." Den Namen des Betriebes nannte er nicht, gab aber ein Detail preis. Stadler vermutet einen Zusammenhang: "Es ist das einzige Lokal, bei dem der Inhaber nicht vor Ort ist, sondern ein Geschäftsführer installiert wurde." In allen anderen sei der Chef auch der Wirt.

Die Lage ist verzwickt. Denn eines der Lokale hat vor Monaten beantragt, die Schankfläche im Freien erweitern zu dürfen, was der BA wegen der Anwohnerbeschwerden nicht genehmigt. Die städtische Verwaltung dränge auf eine Entscheidung, so der Leiter des Unterausschusses Gastronomie, Stefan Blum (CSU). Die Verwaltung drohe sogar, eine OB-Entscheidung von Dieter Reiter (SPD) herbeizuführen, die den BA überstimmen würde. "Eines muss klar sein. Es geht nicht um Bürger gegen Wirte", betonte Blum, denn "Bürger sind ja auch Gäste. Es geht um Ausgleich."

Ortstermin am St.-Anna-Platz soll Klarheit über Lärm schaffen

Blum beantragte daher einen Ortstermin: Anwohner, BA-Mitglieder, und Mitarbeiter der BI sollen in einem gemeinsamen Gespräch klären, wie sich die Situation für alle verbessern könnte, ohne dass die Wirte Einschränkungen hinnehmen müssen und die Anwohner zufrieden sind. Gleichzeitig soll das Referat für Gesundheit und Umwelt Lärmmessungen durchführen.

Denn zur Debatte steht, dass künftig am St.-Anna-Platz grundsätzlich kürzere Schließzeiten herrschen, falls die Nachtruhe nicht gewährleistet werden kann. "Das würde auch die Lokale treffen, die sich anständig an die aktuellen Schließzeiten halten", so Blum. Der langjährige BA-Chef Wolfgang Neumer (CSU) fügte hinzu: "Grundsätzlich sind bei Schließzeiten auch Einzelfallentscheidungen möglich."

 

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