Ortsbesuch am Donnerstag OB Reiter will beim Uhrmacherhäusl nicht nachgeben

Oberbürgermeister Dieter Reiter steht am Donnerstag vor der Ruine des Uhrmacherhäusl in Giesing. Foto: AZ-Archiv

Seit vor mehr als einem Jahr das denkmalgeschützte Uhrmacherhäusl in Obergiesing illegal abgerissen wurde, findet eine Mahnwache statt. OB Reiter sichert ihr seine volle Unterstützung zu.

 

München - Die Luft kühlt gerade stark ab, als Oberbürgermeister (OB) Dieter Reiter am späten Donnerstagnachmittag bei der Ruine des Uhrmacherhäusls vorbeischaut. Doch die Stimmung ist herzlich und warm, etwa 50 bis 60 Vertreter und Unterstützer der Obergiesinger Mahnwache begrüßen den OB mit Applaus.

Bereits im Vorfeld war klar, dass Reiter ein großer Fan des Bündnis HeimatGiesing ist, das sich gegen den illegalen Abriss wehrt. Und das bestätigte der OB vor Ort erneut: "Ihr seid so tapfer!"

Jeden zweiten Freitag im Monat kommt die Mahnwache am Uhrmacherhäusl zusammen, egal bei welchem Wetter, egal zu welcher Jahreszeit. Doch in der Sache herrscht derzeit Stillstand. "Ich bin froh, dass es eine so streitbare Münchner Zivilgesellschaft gibt", sagt Reiter, "ich möchte dafür sorgen, dass die Verantwortlichen dieses Verbrechens keinen Reibach machen."

Reiter verspricht Bewegung in dem Fall

Zusammen mit Reiter ist auch Thomas Krämer gekommen. Er ist der Jurist des Planungsreferates, der die Aufforderung an den Eigentümer des Uhrmacherhäusls ausgestellt hat, das Gebäude wiederherzustellen. Das war im April 2018. Der Eigentümer, der die Öffentlichkeit scheut, klagte gegen den Bescheid.

Seither ist nichts passiert. "Keine Anhörung, kein Gerichtstermin, auf Dauer ist das nicht zu akzeptieren", sagt Reiter und verspricht: "Ich werde baldmöglichst den Gerichtspräsidenten anschreiben. Auch die Staatsanwaltschaft könnte man dazu motivieren, mit dem Bußgeldbescheid voranzukommen."

Verantwortliche sollen nicht davonkommen

Bis zu 500.000 Euro Bußgeld drohen dem Eigentümer maximal, der sich bis heute die Hände in Unschuld wäscht und nichts von dem Abriss gewusst haben will. "Der Baggerfahrer behauptet immer noch, es sei ein Versehen gewesen", sagt Angelika Luible von der Mahnwache, "auch der Bauunternehmer sagt, er habe nichts gewusst. Aber das Unternehmen existiert schon lange nicht mehr."

Alle vor Ort sind sich einig: Die Verantwortlichen dürfen "mit ihren Märchen von fehlgeleiteten Baggern nicht durchkommen", sagt Reiter kurz bevor er wieder geht, "das wäre ein fataler Präzedenzfall." Er gibt nochmal sein Wort, das Gericht anzuschreiben, damit Bewegung in die Sache kommt. "Ich werde berichten, wie die Antwort lautet. In spätestens einem Jahr stehe ich wieder hier!", versprach Reiter.

 

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