Nur noch bis Donnerstagabend Online-Umfrage: EU-Bürger können über Zeitumstellung abstimmen

, aktualisiert am 16.08.2018 - 09:18 Uhr
Die EU lässt über die Zeitumstellung abstimmen: Künftig könnte so das Umstellen der Uhren überflüssig werden. Foto: dpa

Im Frühling eine Stunde weniger schlafen, im Herbst eine mehr: EU-Bürger können noch bis Donnerstagabend über Sinn und Unsinn der Zeitumstellung abstimmen. 

Brüssel - Nur noch kurze Zeit - nämlich bis Donnerstagabend - können rund 500 Millionen EU-Bürger an einer Onlineumfrage teilnehmen, ob sie lieber mit oder ohne Zeitumstellung leben möchten.  

Anfang Juli hatte die EU-Kommission den Online-Fragebogen präsentiert. Hier sollen EU-Bürger darüber abstimmen, ob die Zeitumstellung abgeschafft werden soll und ob sie im Fall einer Abschaffung Winter- oder Sommerzeit bevorzugten. Auf Grundlage der Ergebnisse sowie anderer Studien und Meinungen will die Kommission entscheiden, ob sie einen Vorschlag zur Abschaffung der Zeitumstellung vorlegt.

Während der Server zu Beginn der Abstimmung zusammenbrach, funktioniert die Seite mittlerweile. Anfang August, also nach gut einem Monat, ließ sich bereits ablesen, dass die Abstimmung auf riesiges Interesse stößt. Man habe bereits zur Hälfte der Laufzeit mehr als eine Million Antworten registriert, sagte ein Sprecher der EU-Kommission damals der dpa.

Zeitumstellung unbeliebt

Die Zeitumstellung ist zumindest bei den Deutschen eher unbeliebt: Umfragen kamen in der Vergangenheit häufig zu dem Ergebnis, dass sich eine Mehrheit der Bundesbürger ihre Abschaffung wünscht. In einer repräsentativen Studie des Forsa-Instituts im Auftrag der Krankenkasse DAK sprachen sich erst im März 73 Prozent der Befragten gegen das Umstellen der Uhren aus.

Das Europaparlament hatte die EU-Kommission im Februar aufgefordert, die entsprechende Richtlinie unter die Lupe zu nehmen. Sollte die Behörde zu dem Schluss kommen, dass die Nachteile der Zeitumstellung überwiegen, könnte sie den EU-Staaten und dem Parlament einen Vorschlag zur Gesetzesänderung unterbreiten.

Nutzen umstritten

Die Uhrenumstellung in heutiger Form wurde in Deutschland 1980 eingeführt - mit dem Ziel, Energie zu sparen. Seit 1996 stellen die Menschen in allen EU-Ländern die Uhren am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurück.

Der Nutzen ist umstritten. Laut Umweltbundesamt knipsen die Deutschen wegen der Zeitumstellung im Sommer tatsächlich abends seltener das Licht an - im Frühjahr und Herbst wird jedoch morgens mehr geheizt. Außerdem sehen Mediziner Gesundheitsrisiken. Schlafforscher warnen, empfindsame Menschen könnten Probleme mit dem zeitlichen Hin und Her haben - samt Schlafstörungen und Appetitlosigkeit.

Abstimmung zur Zeitumstellung: Server immer wieder überlastet!

Die Online-Abstimmung ist allem Anschein nach sehr stark frequentiert. Wer am Donnerstagmorgen die Seite aufrufen wollte, schaute in die Röhre: Die Server waren überlastet!

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