Olympia-Comeback FC Bayern: Müller bald wieder in der Nationalmannschaft?

, aktualisiert am 14.01.2020 - 08:17 Uhr
Sehen wir Thomas Müller tatsächlich nochmal im Trikot der Nationalmannschaft? Foto: firo/Augenklick

Gibt es für Müller ein Comeback im DFB-Dress? Die Olympischen Spiele in Tokio wären eine Chance dazu. U21-Trainer Kuntz will nichts ausschließen, der Bayern-Stürmer auch nicht: "Sag niemals nie." Die Münchner würden Müller wohl für das Turnier freigeben.

 

München - Die Müllers gemeinsam bei Olympia? Zugegeben, der Plan klingt fast schon zu kitschig, um wahr zu sein – und beinhaltet noch einige Wenns und Abers. Trotzdem ist es nicht auszuschließen, dass sowohl Thomas Müller als auch seine Ehefrau Lisa im Sommer an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen werden.

"Das ist eine coole Spinnerei", sagte der 100-malige Nationalspieler zu Sport1, "aber sowohl für mich als auch für meine Frau hat das in 2020 nicht die oberste Priorität. Ich habe in den nächsten fünf Monaten erstmal sehr große Ziele mit dem FC Bayern." Seine Gattin, die Dressurreiterin ist, "habe erstmal andere Turniere im Visier, wodurch Olympia noch in ganz weiter Ferne liegt. Aber wenn man ganz viel träumen mag, wäre das natürlich schon eine coole Sache."

Trainer Stefan Kuntz entscheidet erst im Mai

Dafür müsste der 30-Jährige zunächst einmal eine Einladung von Stefan Kuntz erhalten. Der U21-Nationaltrainer darf sein Team für Olympia mit insgesamt drei Spielern verstärken, die nach dem 1. Januar 1997 geboren sind. "Momentan kann ich da weder etwas ausschließen noch bestätigen", sagte Kuntz der AZ, "weil ich nicht weiß, was in sechs Monaten ist". Das gilt also auch für Müller. Angesprochen auf mögliche Vorhaben mit dem Weltmeister von 2014 sagte der 57-Jährige: "Das war nicht meine Idee – und auch nicht meine Aussage." Der "Kicker" hatte berichtet, dass Kuntz den "spektakulären Plan im Hinterkopf" habe, Müller zu nominieren. Also kein olympischer Müller? Naja, vielleicht doch.

Die Frage ist zudem, welche Spieler überhaupt von ihren Vereinen für Olympia freigegeben werden, eine Abstellungspflicht besteht nämlich nicht. Das olympische Fußballturnier wird von 23. Juli bis 8. August ausgetragen, mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison, die am 21. August beginnt. Wie die "Bild" am Dienstag berichtet, seien die Bayern für eine Abstellung Müllers allerdings offen.

Eigentlich endet bereits am Mittwoch die Frist, bis zu der die Sportler für eine Olympia-Teilnahme auf die Liste der Nationalen Anti-Doping Agentur (Nada) gesetzt werden müssen. Kuntz will dennoch erst im Mai final über seine Nominierungen entscheiden. Er verwies darauf, "dass es zum Schluss bei Härtefällen eine Sondermöglichkeit gibt". Auch sein Vorgänger Horst Hrubesch habe sich vor vier Jahren "erst in der letzten Woche noch für die Bender-Zwillinge und Nils Petersen entscheiden können".

Wer fährt mit zu Olympia? Die Gerüchteküche brodelt

Auch bei Spielern, die jetzt schon auf der Liste auftauchen werden, "kann ich noch nicht sagen, ob sie ein, 50 oder sonst wie viel Prozent Chancen haben, dann auch dabei zu sein." Berichte, wonach der Name von Ex-Bayer Sandro Wagner darauf zu finden sein wird, wollte Kuntz nicht kommentieren. Genausowenig die Spekulationen um Lukas Podolski und Kevin Volland sowie die beiden U21-Europameister von 2017, Davie Selke und Maximilian Arnold.

Grundsätzlich wolle er die Möglichkeit, das Team mit drei erfahrenen Spielern zu verstärken, "gerne ausschöpfen", den Kader "aber erst mal mit den 98er- und 97er-Jahrgängen abdecken". Dann werde man sehen, "welcher Spieler oder welcher Charakter der Mannschaft noch guttut".

Nach seiner Ausbootung im vergangenen Frühjahr aus der A-Nationalmannschaft könnten ein DFB-Comeback und ein weiteres großes Turnier durchaus reizvoll für Müller sein. Das Land des Lächelns und Bayerns Spaßvogel passen ja wie die Faust aufs Auge. "Ich sage mal so: Sag niemals nie", so Müller, "aber konkret spielt Olympia in meinen Planungen noch keine Rolle. Ich lasse alles auf mich zukommen."

Über seinen Kader "kann ich erst im Mai entscheiden", sagte Kuntz zum Abschluss. Die Hintertür zu Olympia bleibt bis dahin also offen – auch für Thomas und Lisa Müller.

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