Olic, Daum, Hoyzer und Co. Das ist die schmutzige Seite des Fußballs

, aktualisiert am 12.10.2016 - 18:07 Uhr
23. August 2004, DFB-Pokal, 1. Hauptrunde: In der Partie SC Paderborn gegen Hamburger SV (4:2) schickt Schiedsrichter Robert Hoyzer den Hamburger Emile Mpenza wegen Meckerns vom Platz. Rechts dessen Teamkollege und Ex-Löwe Benny Lauth. Foto: firo/Augenklick

Löwen-Profi Ivica Olic ist nicht der erste Star, der im deutschen Profifußball für einen handfesten Skandal sorgt. Die AZ gibt einen Überblick.

München - Manipulation, Doping, Drogenmissbrauch: Der Fall Ivica Olic ist nicht der erste große Skandal in der Geschichte der Bundesliga. Die AZ zeigt die schmutzige Seite des Fußballs.

1971: Bundesliga-Skandal

Der deutsche Fußball ist erschüttert: Mit Bestechungsgeldern von insgesamt einer Million Mark waren Ergebnisse manipuliert worden. Gegen 53 Spieler, zwei Trainer, sechs Funktionäre sowie die beiden Vereine Arminia Bielefeld und Kickers Offenbach verhängt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Strafen in Form von Sperren, Geldbußen, Lizenzentzug, Punktabzug und Zwangsabstieg.

1995: Roland Wohlfahrt

Für den ersten Dopingfall in der Bundesliga sorgt der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig Roland Wohlfarth am 16. Februar. Der langjährige Spieler des FC Bayern, der mittlerweile beim VfL Bochum spielt, wird der Einnahme des verbotenen Wirkstoffes Recatol überführt. Dieser befand sich in einem Appetitzügler, den der Angreifer zu sich genommen hatte, um abzunehmen. Wohlfarth wird für acht Wochen gesperrt.

2000: Christoph Daum

Der Sturz des designierten Bundestrainers Christoph Daum auf Grund von Kokainmissbrauch ist am 21. Oktober perfekt. Der damalige Chefcoach von Bayer Leverkusen erhält an diesem Tag vom gerichtsmedizinischen Institut in Köln das positive Ergebnis seiner Haaranalyse. Der Befund führte nicht nur zum Rücktritt Daums als Trainer in Leverkusen. Der DFB löste seine per Handschlag für den 1. Juni 2001 geltende Vereinbarung mit Daum als künftigem Bundestrainer.

2005: Robert Hoyzer

Im August 2004 manipuliert Schiedsrichter Robert Hoyzer in der ersten Runde des DFB-Pokals das Spiel zwischen dem damaligen Drittligisten SC Paderborn und Bundesligaklub Hamburger SV. Paderborn gewinnt 4:2. Die Begegnung ist Auslöser des Wettskandals, der Anfang 2005 aufgedeckt wird. Hoyzer muss 14 Monate hinter Gitter, er hat insgesamt vier Spiele verpfiffen und dafür 67.000 Euro kassiert. Drahtzieher der Manipulationen ist eine kroatische Bande um Ante Sapina, der zu zwei Jahren und elf Monaten Haft verurteilt wird.

 

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