Oktoberfest Winzerer Fähndl: Die erste Bierpipeline der Welt

Zwei Männer mit einer Mission: Paulaner-Chef Andreas Steinfatt und Wirt Peter Pongratz schaufeln im Winzerer Fähndl die unterirdische Bierleitungen zu. Foto: Petra Schramek

München - Eine Maß in vier Sekunden gezapft: Das Winzerer Fähndl setzt Wiesn-Maßstäbe. Eine Pipeline unter dem Zeltboden macht's möglich. Doch das Aufstellen des Zelts erwies sich als echter Kraftakt

Kein Rauschen, kein Gurgeln: Das Bier fließt einfach dahin. Goldig, kühl, mit dem richtigen Maß an Schaum. Die erste zentrale Bierpipeline der Welt funktioniert eine Woche vor Anstich ohne Probleme. In nur vier Sekunden rinnt ein Liter Bier im Winzerer Fähndl in die Krüge – das ist Wiesnrekord. Und für Festwirt Peter Pongratz eine Erleichterung. „Ich konnt’ mir das lange nicht vorstellen. Jetzt bin ich so glücklich, dass alles funktioniert. Das wird für mich heuer eine ganz neue Wiesn“, sagt er der AZ.

Zur Jubiläums-Wiesn hat die Paulaner-Brauerei ein völlig neues Winzerer-Fähndl- Zelt aufgestellt. Die größte Neuheit ist aber unsichtbar: Eine ringförmige Leitung im Boden, die das Paulaner-Bier zu den sieben Schänken fließen lässt. Aus drei Containern mit je 280 Hektolitern fließt es unter dem Zeltboden durch gekühlte Rohre direkt in die Schänken. Der Vorteil: Nachts müssen nur die Tanks hinter dem Zelt neu befüllt werden.

Was einfach klingt, war ein echter Kraftakt: Die Lage der Leitungen musste auf den Millimeter genau ausgerechnet werden, damit das Bier zwar fließt, aber nicht schäumt – und mit genügend Kohlensäure beim Gast ankommt. Bis zu 250 Meter legt ein Liter zurück. „Das ist der Wahnsinn“, sagt Pongratz und auch Brauerei- Chef Andreas Steinfatt gibt sich stolz. „Wir beschreiten ganz neue Wege.“

Auch sonst setzt das Winzerer Fähndl Maßstäbe: Mit knapp 40 Metern Spannweite ist es das größte Zelt auf der Wiesn und bietet rund 6800 Gästen Platz. 420 Plätze wurden dafür von dem Biergarten in den Innenraum verlegt. Im Mittelschiff gibt es keine Stützen mehr, die Sicht über die Tische ist frei. Für viel Licht – und auch für gute Luft – sorgen die großen Oberlichter. „Wenn ich des seh, könnt’ ich Purzelbäume schlagen“, gibt sich Pongratz übermütig. Denn das Zelt aufzustellen war ein echter Kraftakt.

Schon eine Woche früher als die anderen Wiesnzelte durfte er das Winzerer Fähndl aufbauen. Und stand doch bis zum Schluss auf einer Baustelle. „So was macht einen schon nervös“, gesteht Pongratz. Auch die Brauereibox des Fähndls ist ein besonders schönes Eck geworden, in dem sich heuer die AZ-Leser vergnügen dürfen.

Die Boxen werden zudem leicht erhöht, so haben die Leute auf den reservierten Plätzen eine bessere Aussicht. Nur eine Sache ist beim Alten geblieben: die Deko in klassischem Gelb-Schwarz.

Anne Kathrin Koophamel

 

0 Kommentare