Oktoberfest nachhaltig Zwei Wiesn-Wirte sind voll öko - bis auf zwei Produkte

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Josef Schmidbauer von der Hühner- und Entenbraterei Ammer. Foto: Bernd Wackerbauer

Zwei Wirte sind die Bio-Vorreiter auf dem Oktoberfest 2018: Die Die Hühner- und Entenbraterei Ammer und das Herzkasperlzelt auf der Oiden Wiesn – auch wenn’s mit Enten und Schnaps Probleme gibt.

 

München – Wer auf die Wiesn geht, mag sich selten Gedanken über die Welt machen. Die Stadt in ihrem Bewerbungssystem für das Oktoberfest zählt "nachgewiesene Beiträge zur Ökologie und Umweltschutz" doppelt, vierfach wird etwa die Anziehungskraft des Geschäftes und der technische Standard gewertet.

Trotzdem: Ohne Öko ist bei den Zelten keine Wiesnbewerbung möglich.

Zwei Zelte sind Vorreiter. Die Hühner- und Entenbraterei Ammer, seit 1885 auf der Wiesn, hat bereits im Jahr 2000 fast alle Speisen auf Bio umgestellt. "Nur eine gute Bio-Ente finden wir nicht. Die schmecken modrig", sagt Wirt Josef Schmidbauer.

Aber nicht nur das Essen ist bio

"Wir sind durchzertifiziert", sagt Schmidbauer und zählt auf: "Solaranlage auf dem Dach, das Nachspülwasser aus der Gläserspülmaschine betreibt die Pissoirs – sogenanntes Grauwasser – , in den Gabelstaplern ist Bio-Hydrauliköl und in den Hendlöfen eine Warmwasseraufbereitung." Die Gäste kommen in das kleine Wiesnzelt wegen des Essens. Der Schnaps danach ist nicht bio. "Bringen Sie mir einen guten Bioschnaps und ich bringe ihn auf die Karte", sagt Schmidbauer.

Das Herzkasperlzelt auf der Oiden Wiesn steht erst seit 2010, doch mit dem Ökobewusstsein ist Musikchef Martin Jonas mit Wirt Beppi Bachmeier ähnlich ambitioniert wie mit dem Musikprogramm. Bei der Plastikvermeidung versuchen sie auch Lieferanten umzuerziehen, die jeden Salatkopf verpacken.

Das meiste Gemüse kommt mittlerweile in Mehrwegkisten – unverpackt. "Das sind keine schnellen Erfolge, das ist mühsam", sagt Jonas.

Weil der Sohn des Wirts veganer Koch ist, stehen sieben vegane Gerichte auf der Karte. Das Hendl gibt’s in bio (18,80 Euro) oder konventionell aus Niederbayern (11,80). Doch die meisten Gäste bestellen das günstigere Hendl.


A propos Umwelt: Anders, als man vielleicht denken könnte, ist das Oktoberfest eine der saubersten Veranstaltungen solch einer Größenordnung. Wie viel Müll jedes Jahr zusammenkommt und wie der Abfallwirtschaftsbetrieb München mit dem ganzen Müll umgeht, lesen Sie hier.

 

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