Oktoberfest-Gastronomie Das (un)heimliche Wiesn-Imperium der Gebrüder Able

Der jüngere Bruder Siegfried Able, Chef vom großen Marstall Festzelt, mit seiner Frau Sabine (links) und der ältere Bruder Josef Able, Chef vom mittelgroßen Goldenen Hahn, mit seiner Frau Claudia (rechts). Foto: imago, privat

Siegfried und Josef Able nehmen die Wiesn ein: Welches neue Standl von wem geführt wird und warum das Verhältnis der Brüder frostig ist.

 

München - Zwei Brüder, ein Ziel: die Wiesn. Natürlich träumt so ziemlich jeder Gastronom in München vom Oktoberfest, aber dass es zwei Brüdern so gut gelingt, die Theresienwiese Schritt für Schritt zu erobern, ist ungewöhnlich.

Obendrein hängen es die Männer nicht an die große Glocke. Ables (un)heimliches Wiesn-Imperium. Die AZ schaut hinter die hölzernen Kulissen ihrer Zelte und widmet sich den Brüdern.

Siegfried Able: Wiesn-König

Siegfried Able sorgte spätestens mit seinem Marstall für Aufsehen, das 2014 überraschend das Nachfolge-Zelt für Sepp Krätz’ Hippodrom geworden ist. Seitdem führt er mit seiner Frau Sabine und den Töchtern Verena und Vanessa das schmucke Wiesn-Zelt (4.500 Sitzplätze insgesamt) und gehört zu den großen Wiesn-Königen.

Zuvor war die Familie Able auf der Wiesn seit Jahrzehnten mit kulinarischen Ständen vertreten. Siegfried Able betrieb in Eigenregie sechs Jahre die Kalbskuchl auf der Theresienwiese (stach damit die Wurstbraterei Sieber aus) und sammelte Erfahrung in der Gastronomie (Tierpark Hellabrunn, Biergarten am Lerchenauer See, Eiszauber am Stachus).

Josef Able: Familiengeschäft auf der Wiesn

Auch Josef Able, Siegfrieds älterer Bruder, ist schon lange in der Münchner Gastro-Welt verwurzelt – auch durch die Wiesn-Stände der Familie, außerdem als gastronomischer Partner der Messe München und Betreiber der Schlosswirtschaft Oberschleißheim.

Seit 2015 führt er mit seiner Frau Claudia und den Söhnen Daniel und Sebastian das kleine Wiesnzelt Goldener Hahn (360 Plätze insgesamt). Still und leise ist Josef dann dieser Clou gelungen: Sohn Sebastian betreibt heuer zum ersten Mal ein Schmankerl-Standl auf dem Oktoberfest – die Spanferkelalm in der Straße 2 Ost. Sohn Daniel ist dafür verantwortlich fürs Standl Softeis Able in der Mitte der Wiesn.

Able-Brüder: Kein gutes Verhältnis zueinander

Äußern wollten sich die Ables zum Zuwachs auf AZ-Nachfrage nicht. Zuständig für das Auswahlverfahren der Standl ist – wie bei den Zelten – das Referat für Arbeit und Wirtschaft, das Haus von Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner.

Bei allem Erfolg gibt's eine Schattenseite der Medaille: So strahlend es den Brüdern auf der Wiesn geht, so frostig soll das Verhältnis zwischen ihnen sein. Ein Vertrauter zur AZ: "Sie reden kaum miteinander."

Konkurrenz mag das Wiesn-Geschäft beleben, nicht unbedingt die Familienharmonie.

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