Oktoberfest Aus für das Hippodrom - Jetzt kommt der "Marstall"

Dieses Bild wird es auf der Wiesn nicht mehr geben: Oktoberfest-Besucher vor dem Hippodrom. Foto: abendzeitung

Aus und vorbei: Das bekannte Promi-Festzelt „Hippodrom“ auf dem Münchner Oktoberfest wird es nicht mehr geben. Wirt Sepp Krätz hatte Steuern in Millionenhöhe hinterzogen. Jetzt kommt Siegfried Able mit dem "Marstall".

 

München – Erstmals seit fast zwei Jahrzehnten gibt es auf dem Münchner Oktoberfest dieses Jahr einen Wechsel bei den berühmten Bierburgen. Der Wirt des Promi-Zeltes „Hippodrom“, Sepp Krätz, bekommt nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung keine Zulassung mehr. Damit verschwindet das „Hippodrom“, dessen Name auf die traditionellen Pferderennen auf dem gut 200 Jahre alten Volksfest zurückgeht.

An seiner Stelle am Haupteingang des größten Volksfestes der Welt soll künftig das neue Zelt „Marstall“ stehen. Das teilte das Wirtschaftsreferat der Stadt München am Montag nach einer nichtöffentlichen Sitzung des Wirtschaftsausschusses mit.

Die Nachfolge von Krätz sollen die Wirtsleute Siegfried und Sabine Able antreten, die sich mit dem „Marstall“-Konzept beworben hatten. Mit ihnen solle der Überlassungsvertrag für den bisherigen Platz des „Hippodroms“ geschlossen werden. Wie alle Wirte müssen aber auch sie sich dann jedes Jahr neu bewerben.

Den letzten Wechsel bei den insgesamt 14 großen Wiesn-Bierzelten gab es 1995 – damals hatte Krätz das „Hippodrom“ übernommen. Auch seine Vorgänger stolperten über Steuerhinterziehung. Krätz hatte gut 1,1 Millionen Euro am Finanzamt vorbeigeschleust. Das Landgericht verurteilte ihn zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten sowie einer Geldstrafe von 570 000 Euro. Er hat deshalb bereits seine Konzession für die Münchner Traditionsgaststätte „Andechser am Dom“ verloren.

Sein Wiesn-Nachfolger Able betreibt in München den See-Biergarten Lerchenau und im Winter den „Eiszauber“ am Stachus. Bisher schon hatte er mit der „Kalbskuchl“ ein kleines Wiesnzelt. Zum diesjährigen Oktoberfest werden vom 20. September bis zum 5. Oktober wieder rund sechs Millionen Gäste aus aller Welt erwartet.

 

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