Oktoberfest An Tagen wie diesen - Campino rockt die Wiesn

Am Samstagabend noch ganz entspannt auf der Bank bei Markus Lanz, gestern wild auf der Wiesn: Campino, Sänger der Punk-Kombo "Die Toten Hosen", ließ es sich nicht nehmen, am letzten Tag des Oktoberfests noch einmal in München vorbeizuschauen... Foto: Laura Kaufmann

Samstag noch bei "Wetten, dass...?", am Sonntag rockte Hosen-Frontmann Campino am letzten Wiesn-Tag das Hacker-Zelt - die Bilder.

 

Tage wie diese" dröhnt durchs Hackerzelt, vielleicht zum letzten Mal in diesem Jahr - und es klingt anders als sonst. Wilder. Rockiger. Und plötzlich stehen um die Kapelle alle auf den Bänken und Tischen, kreischen und Strecken ihre Hände aus nach dem, der da singt - es ist Campino, der Sänger der Toten Hosen! Das ganze Zelt tobt.

Die Paulaner Brauerei hatte den Rocker eingeladen, auf der Wiesn vorbeizuschauen, nachmittags war der Sänger mit seiner Crew schon über das Fest geschlendert und hatte sich das Hippodrom und die Bräurosl angeschaut. Später das Hacker, "soll ich singen?", fragte Campino, und natürlich sagten Roiderers "ja".

Nach dem Auftritt sitzt er auf der Empore, teilt sich Kaiserschmarrn mit seinen Freunden und macht geduldig Fotos mit den Hacker-Bedienungen und mit Fans, die herausgefunden haben wo er sitzt. Auf der Wiesn auftreten, das hatte er eigentlich als Wetteinsatz bei Wetten, dass ausgelobt - aber er gewann seine Wette, hätte seinen Hit nicht im Festzelt zum besten geben müssen. "Wenn ich verliere, ziehe ich mir einen Sepplhut auf", sagt er in der TV-Show - den trägt er jetzt einfach so, zur Gaudi. "ich habe viele Freunde in Bayern, wie Gerhard Polt - und um deren Kultur zu verstehen, habe ich mich hier rein geworfen und ich muss sagen, ich verstehe sie immer besser", sagt er zur AZ.

Dass er Spaß hat, sieht man, und eine Erklärung, warum sich der Düsseldorfer so schnell akklimatisiert hat, gibt's auch: "Ich bin gestählter Karnevalist!" Wahnsinns-erprobt, sozusagen. Natürlich lässt es sich Hackerzelt-Wirt Toni Roiderer nicht nehmen, am Tisch vorbeizuschauen.

"Danke, es war mit eine Riesenfreude, hier zu spielen", bedankt sich der Rockstar höflich beim Wirt, und der ganz gerührt: "Du bist ein guter Bub." Da sieht sich Campino als Karnevalist mit dem Wiesnwirt und gleichfalls Polt-Freund gleich seelenverwandt - aber jetzt ist Zeit für einen Ortswechsel, die Lichter im Hacker sind ausgegangen für dieses Jahr. Die Gruppe führt ihn Richtung Weinzelt, aber Campino hat noch Hunger. Currywurst-Pause beim Wallner: "Doch, die Münchner geben sich Mühe", lautet das fachmännische Urteil zur Ruhrpott-Spezialität.

Im Weinzelt gibt's später nochmal Wurstnachschub, dazu Weißbier und Champagner. Auch Brauerei-Chef Andreas Steinfatt schaut in der Hausbox vorbei. Und dann, natürlich, stürmt Campino noch einmal die Bühne, "Tage wie dieser" für die ausflippenden Trachtenträger. Der Tote-Hosen-Sänger nimmt ein Bad in der begeisterten Menge. "Sowas habe ich noch nie erlebt", sagt Stefan Kuffler, " und wir hatten schon viele hier - Stage Diving: Bist du wahnsinnig?", grinst der Weinzelt-Wirt und schüttelt Campino die Hand.

Wiesn-Tage wie diesen hat der Sänger auch noch nie erlebt. Und er zieht noch weiter, als das Weinzelt schließt. Denn an Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit.

 

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