ÖPNV und bezahlbares Wohnen OB Reiter warnt: "Nicht alle Bürger werden jubeln"

, aktualisiert am 12.12.2017 - 09:46 Uhr
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat sich einiges vorgenommen, um dem Bevölkerungsboom Herr zu werden. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

München wächst immer weiter und OB Dieter Reiter will sich vielfach rüsten, wie er der Bild in einem Interview verrät. Damit wird er die Münchner aber auch verägern, wie er selbst weiß. 

München - Die bayerische Landeshauptstadt wächst und wächst und wächst. Was tun? Die Menschen in der Stadt müssen wohnen und sich fortbewegen - aber wie? Oberbürgermeister Dieter Reiter sieht sich gewappnet: Mit einer Reihe von Plänen für den ÖPNV, Wohnen in München - und der Zusammenarbeit mit dem künftigen Ministerpräsidenten Markus Söder

Reiter gab der Bild ein Interview, in dem er über die Probleme der Stadt sprach. Seine Vorstellung? "Wir sind in­ten­siv dabei, den ÖPNV aus­zu­bau­en: U5 nach Pa­sing, oder viel­leicht sogar bis Frei­ham. Zudem die Ent­las­tungs­stre­cke U9 in der In­nen­stadt", so Reiter über die Pläne. "An­ge­dacht ist auch eine Ent­las­tungs­span­ge per Tram oder U-Bahn im Nor­den und eine U-Bahn-Ver­län­ge­rung nach Engl­schal­king. DieT­ram-West­tan­gen­te kommt, di­ver­se Bus­stre­cken."

Großprojekte für die nächsten Jahre

Zudem wolle er mit dem neuen Ministerpräsidenten Markus Söder über die geplante dritte Startbahn am Flughafen reden. Auf jeden Fall realisiert werden soll die Garten-Tram durch den Englischen Garten. "Es war ein Ka­bi­netts­be­schluss der CSU, die Park­t­ram nicht mehr zu ver­hin­dern. Den jetzt zu kip­pen, würde die Glaub­wür­dig­keit der Staats­re­gie­rung und des de­si­gnier­ten MP si­cher nicht er­hö­hen."

Allerdings warnt Reiter gleichzeitig vor zu großer Euphorie: Bis die Projekte alle umgesetzt seien, dürfe es noch ein paar Jahre dauern. "Für die Bau­zeit bitte ich jetzt schon um Ver­ständ­nis, da wer­den nicht alle Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ju­beln", so der OB.

Reiter gesteht: Zu wenig bezahlbarer Wohnraum

Genauso wenig euphorisch dürften die Münchner sein, wenn sie Reiters Aussagen zur Wohnungsknappheit in München hören. Denn der Bürgermeister will zwar "bauen und erhalten", wie er selbst sagte - und sieht sich mit 10.000 Baugenehmigungen schon sehr gut aufgestellt - doch er weiß eben auch: "In Mün­chen gab es noch nie aus­rei­chend güns­ti­ge Woh­nun­gen."

Er setze sich daher für eine funktionierende Mietpreisbremse und ein städtisches Vorkaufsrecht bei drohenden Luxussanierungen für die komplette Stadt ein. So sollen "bezahlbare Wohnungen auch bezahlbar bleiben."

Klingt nach einer schönen Vorstellung. Wie viel Erfolg Reiter bei der Umsetzung hat, wird sich zeigen. 

 

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