Obersendling Debatte: Für mehr Wohnraum hoch hinaus?

Auf dem ehemaligen Eon-Gelände werden neue Wohnungen gebaut. Foto: Karl Hirsch

Auf dem ehemaligen Eon-Gelände entstehen bis zu 1000 neue Wohnungen. Der BA streitet darüber, wie hoch die Gebäude sein sollen

Obersendling – Verträgt der Münchner Süden noch mehr Hochhäuser? Diese Frage stellen sich Bürger und Politiker derzeit am Beispiel des ehemaligen Eon-Geländes an der Boschetsrieder Straße und der Drygalski-Allee.

Die Firma Accumulata Immobilien plant dort mit der Stadt ein neues Wohngebiet - mit bis zu 1000 Wohnungen. Sechs Entwürfe liegen vor. Das Preisgericht - ein Gremium aus Stadträten, Bezirksausschussmitgliedern und Architekten - soll bis Mai entscheiden. Erst gestern hat sich das Gremium zur weiteren Beratung getroffen. Das Ergebnis ist noch offen.

Streitpunkt Nummer eins: Sind für die geplanten Wohnungen mehr als acht Stockwerke denkbar – oder will man auf neue Hochhäuser im Münchner Süden lieber verzichten?

Die Bürger und der Bezirksausschuss sind da geteilter Meinung: In einer Einwohnerversammlung hatten sich die Bürger erst neulich mehrheitlich gegen Hochhäuser auf dem ehemaligen Eon-Gelände ausgesprochen.

Die Entscheidung im Bezirksausschuss BA 19 fiel jetzt anders aus. Die SPD will derzeit nicht ausschließen, dass die neuen Wohnungen mehr als acht Stockwerke hoch gebaut werden, so das Ergebnis der BA-Sitzung vom Februar. Argument: Der Wohnraum in München ist bekanntlich knapp, warum also nicht ein wenig in die Höhe gehen.

Nur die CSU stellte sich hinter das Bürger-Votum. Hochaus-Gegner und CSU-Stadtrat Michael Kuffer forderte, der BA solle sich in der Angelegenheit geschlossen zeigen. Ohne Erfolg. Kuffer wetterte: „Wohnbebauung ja, aber nicht um jeden Preis. 20 Meter sind die Richtschnur." Kuffer behauptet zudem: Geht man in die Höhe, gewinnt man nicht automatisch mehr Wohnraum. Die sei eine "Binsenweisheit". Denn, so der CSU-Stadtrat: "Je höher die Häuser gehen, desto mehr Abstand zueinander brauchen sie in der Fläche am Boden."

Seine Fraktion bleibt also beim Nein für Hochhäuser. Auch die Wohnungsdichte auf dem ehemaligen Eon-Areal war ein Streitpunkt. Die CSU-Fraktion plädiert  auch dafür, sich auf 80 000 Quadratmeter zu beschränken – und fand beim BA-Treffen dafür keine Mehrheit.

Durchsetzen konnten sich dagegen die Grünen mit ihrer Forderung, das Planungsgebiet solle „nicht nach außen geschlossen sein“, sondern „sich offen“ präsentieren.

Einig waren sich die BA-Mitglieder auch über den Bedarf an neuen Schulen. Sie einigten sich: Zusätzlich zur Schule an der Gmunder Straße soll eine Grundschule „auf dem Eon-Gelände oder in unmittelbarer Nähe“ entstehen.

Und das zügig: Die Grundschule müsse „einsatzbereit sein, wenn die ersten Bewohner ins Eon-Gelände einziehen“. 

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