OB fordert Entschuldigung "Ausfälle gewöhnt" - Ude kontert Hoeneß

Christian Ude mit dem blauen Löwen-Schal. Foto: sampics/Pahnke

Den Vorwurf, die Sanierung der Löwen blockiert zu haben und kein echter Blauer zu sein, lässt Christian Ude nicht auf sich sitzen. Der OB reagierte am Montag auf die Äußerungen vion Bayern-Präsident Uli Hoeneß.

 

München -  Im Ringen um eine Rettung des Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München hat sich Münchens Oberbürgermeister Christian Ude gegen Vorwürfe von Bayern-Präsident Uli Hoeneß zur Wehr gesetzt. Hoeneß begebe sich im Fall der „Löwen“ „nicht nur mit Anstandsregeln in Konflikt, sondern auch mit Wahrheitspflichten“, sagte der SPD-Politiker am Montag in einer Erklärung.  Der Bayern-Präsident hatte Ude vorgeworfen, in seiner Funktion als Verwaltungsratsvorsitzender der Stadtsparkasse eine von der bayerischen Staatsregierung abgeblich bereits zugesagte finanzielle Rettung der Löwen blockiert zu haben. Der TSV 1860 München muss bis Ende des Monats acht Millionen Euro auftreiben, um die drohende Insolvenz und einen sportlichen Zwangsabstieg abzuwenden.

Seit der Forderung von Uli Hoeneß, unbotmäßige FDP-Stadträtinnen "an die Wand zu knallen", sei man im Rathaus ja etliche Ausfälle gewöhnt, ließ Ude in der Aussendung mittelen. Worum es Hoeneß tatsächlich gehe, habe Bayern-Finanzvorstand Karl Hopfner am Wochenende „offen und ehrlich“ gesagt, erklärte Ude: „Wenn 1860 insolvent geht, ist unser Geld verloren.“ Die Bayern haben den Löwen unter anderem die Stadionmiete in Millionenhöhe gestundet.

Den Wunsch des FC Bayern, doch noch an sein Geld zu kommen, hält der Oberbürgermeister „selbstverständlich für legitim, aber nur im Rahmen der Gesetze“. Die Stadtsparkasse München sei ebenso wie die Landesbank und die LfA-Förderbank und das Bayerische Finanzministerium zu dem Schluss gekommen, dass es den öffentlichen Kreditinstituten gesetzlich verwehrt sei, die Altgläubiger des TSV 1860 zu befriedigen – ohne jede Aussicht, die Darlehen zurückzuerhalten.

Ude wörtlich: „Ich habe unzutreffende Vorwürfe der Geschäftsführung von 1860 gegen den FC Bayern stets öffentlich zurückgewiesen und war natürlich nie so weltfremd, diese Fairness auch von Uli Hoeneß zu erwarten. Aber dass er jetzt offenkundige Unwahrheiten verbreitet, enttäuscht doch." Weiter wird Ude mit den Worten zitiert: "Hoeneß behauptet, der Ministerpräsident habe für die Rettung der Löwen „gestanden wie eine Eins“ und sich „unvorstellbar“ für die Löwen eingesetzt, wohingegen ich eine Rettung „blockiert“ haben soll. Hoeneß hat das große Pech, dass ich zufällig im Amtszimmer des Ministerpräsidenten war und durch die eingeschaltete Freisprechanlage mitgehört habe, als er von seinem Finanzminister vom Flughafen aus telefonisch über den Stand der Sanierungsverhandlungen unterrichtet wurde. Minister Fahrenschon teilte Horst Seehofer mit, dass sowohl das Wirtschaftsministerium wie auch seine eigenen Leute, sowohl die Landesbank als auch die LfA zu dem einhelligen rechtlichen Ergebnis gelangt seien, dass eine Kreditgewährung für die Begleichung von Altschulden, also für den Löwenanteil des Kreditbedarfs, unzulässig sei. Der Ministerpräsident antwortete, dass man dann wohl nichts tun könne und wünschte einen guten Flug." 

"Möglichst schnell entschuldigen"

Zu dieser Indiskretion fühle sich der OB befugt, da sie ja nur belegte "dass die Staatsregierung hilfsbereit, sorgfältig und korrekt agierte". Bei allem Verständnis, dass Hoeneß seinem Geld nachtrauere und die Rolle des FC Bayern als maßgeblicher Großgläubiger in den Hintergrund drängen möchte, solle sich Uli Hoeneß für seinen Versuch, "mit einem Heldenepos sowie einem Schurkenstück, die beide frei erfunden sind, die Aggressionen auf einen parteipolitischen Gegner zu lenken, möglichst schnell und nicht wieder Monate zu spät entschuldigen.“

 

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