Täter hat gestanden Nürnberg: Mit 21 Jahren ein Doppelmörder

, aktualisiert am 12.06.2017 - 20:13 Uhr
Felix R. hat beide Taten inzwischen gestanden. Foto: News5/AZ

Felix R. hat in Nürnberg zwei Prostituierte umgebracht. Bei seinem Geständnis sagt er aus, er habe mit den Frauen um Geld gestritten.

 

Nürnberg - Aufatmen in Nürnberg – und zugleich bleibt vielen die Luft weg: Der gefasste Mörder der zwei Prostituierten Yenna (22) aus Rumänien und Miyoko (44) aus China ist erst 21 Jahre alt. Was nur hat Felix R. zu den brutalen Taten getrieben? Warum hat er zwei Frauen erdrosselt?

Der 21-Jährige hat bereits gestanden und eingeräumt, er habe sich mit den Prostituierten um Geld gestritten. Zuvor soll er mit beiden sexuellen Kontakt gehabt haben. Aber war Geld wirklich der Auslöser für zwei Morde? Das müssen die Ermittler nun prüfen.

Beweise waren erdrückend

Die Beweise, die den 21-Jährigen als den gesuchten Doppelmörder überführten, waren laut Polizei erdrückend. Zum Verhängnis wurden ihm letztendlich seine Handydaten, durch die sein Kontakt zum zweiten Opfer vom Pfingstmontag nachgewiesen wurde. Aber auch seine DNA wurde an den Tatorten gefunden.

Felix R. war es nicht gelungen, seine Spuren zu verwischen, obwohl er dies in beiden Fällen durch das Legen eines Feuers am Tatort versucht hatte. Die Brände waren laut Polizei nicht die Todesursache der Frauen, Felix R. soll sie zuvor gefesselt und erdrosselt haben. Vier Tage nach dem zweiten Mord konnte Felix R. schließlich gefasst werden – er wurde observiert und bei einem Spiele-Laden in Nürnberg gefasst. Der Verdächtige gab zunächst nur zu, Kontakt zu den Frauen gehabt und auch in der Wohnung gewesen zu sein, beteuerte aber, er habe nichts mit den Morden zu tun.

Angesichts der Beweislage legte er am nächsten Tag dann doch ein Geständnis ab und gab Täterwissen preis – in einer zweieinhalbstündigen Vernehmung. Er sitzt in U-Haft.

Wer ist Felix R.?

Wer ist der junge Mann, der zum Mörder wurde? Felix R. lebte seit eineinhalb Jahren in einer Unterkunft in der Raabstraße in Nürnberg. Dort kommen vor allem Obdachlose unter. Wie die Ermittler erklärten, lebte er dort mit mehreren Personen in einem Zimmer.

Nach einer abgebrochenen Lehre war Felix R. hier gelandet. Mit seiner Familie gab es offenbar Streit, berichtete die Staatsanwaltschaft gestern weiter. Wegen Körperverletzung sei Felix R. deswegen 2016 zu zwei Wochen Jugendarrest verurteilt worden. Ein früherer Mitschüler der Realschule erinnert sich noch gut an Felix R. und schildert ihn als weitgehend unauffällig. Lediglich durch sein oft rüpelhaftes Verhalten sei der Jugendliche schon damals aufgefallen.

Sensenmann als Profilbild

Sein Facebook-Profil zeigt, dass er für sein junges Alter relativ wenige Online-Freunde hat (nur 92 – im Laufe des gestrigen Tages und nach Bekanntwerden seines Namens schrumpfte die Zahl seiner Facebook-Freunde weiter). Er war ein Fan des umstrittenen Spiels "World of Warcraft".

Über seine Persönlichkeit, die Aufschlüsse über seine psychische Befindlichkeit geben könnten, sei den Ermittlern noch nichts bekannt, hieß es gestern von den Ermittlern.

Was allerdings tief blicken lässt: Schon 2011 hatte er einen Sensenmann als Profilbild gewählt.


Am 24. Mai wurde die rumänische Prostituierte tot in einem brenneden Haus gefunden. Foto: News5

Lesen Sie hier: Nürnberger Prostituiertenmorde: Ist der Täter ein religiöser Fanatiker?

 

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