2:2 gegen Argentinien Noten zum DFB-Test: Eine Eins und eine Zwei für FC Bayern

Treffsicher: Bayern-Profi Serge Gnabry traf zum 1:0 (im Bild) und bereitete das 2:0 vor. Foto: Christian Charisius/dpa

Die deutsche Nationalelf hat beim 2:2 einen Sieg im Prestigeduell mit Argentinien verpasst - und zwei Gesichter gezeigt. Das DFB-Team in der Einzelkritik.

 

Dortmund - Das personell stark geschwächte Team von Bundestrainer Joachim Löw musste sich nach einer 2:0-Führung zur Halbzeit am Ende mit einem 2:2 zufriedengeben. Vor nur 45.197 Zuschauern am Mittwochabend in Dortmund erzielten Serge Gnabry vom FC Bayern in der 15. Minute und Kai Havertz von Bayer Leverkusen in der 22. Minute die deutschen Tore.

Die Argentinier, die ohne ihren gesperrten Weltfußballer Lionel Messi auskommen mussten, kamen durch Lucas Alario (66.) und Lucas Ocampos (85.) zum Ausgleich.

Beim erstaunlich kurzweiligen Test standen einige DFB-Neulinge auf dem Platz. Bayern-Star Joshua Kimmich gefällt als Spielführer und Gestalter. Sein Münchner Teamkollege überzeugt als Torschütze und Vorbereiter. Die Einzelkritik der AZ. 

MARC-ANDRE TER STEGEN, NOTE 3: Trug die Nummer "22" – was schon allein eine Aussage ist. Im 23. Länderspiel ohne Chance bei De Pauls Knaller aus 23 Metern – und im Glück: Pfosten (33.). Auch beim 1:2 gab's nix zu halten.

LUKAS KLOSTERMANN, NOTE 2: Fünftes Länderspiel des Leipzigers. Sehr gute, weil gedankenschnelle, aggressive Vorbereitung zu Gnabrys 1:0. Auch in der Entstehung des 2:0 beteiligt.

NIKLAS SÜLE, NOTE 3: Der Abwehrchef diesmal hinten links in der Dreier-Kette. Ist mit seinen 23 Länderspielen schon der "alte Hase", leitet seine Mitverteidiger an, nimmt diese Führungsrolle gern an.

Joshua Kimmich erstmals Kapitän der DFB-Elf

ROBIN KOCH, NOTE 3: Sohn von Harry Koch, bekannt für seinen Lockenmähne. Nachnominiert und prompt in der Startelf. Als Ersatz von Ginter, Tah und Stark: Der Herthaner war vorgesehen, fiel aber kurzfristig (Magen-Darm) auch noch aus. Gab den soliden Mittelmann der Dreier-Kette, sah beim 1:2 (66.) nicht so gut aus.

MARCEL HALSTENBERG, NOTE 3: Teil zwei der Leipziger Flügel-Zange (auch im fünften DFB-Einsatz). Von De Paul einmal übel versetzt, verpasste ihm dann einen Check. Freistoß-Kracher an die Latte (31.) - Pech.

JOSHUA KIMMICH, NOTE 2: Welch' Ehre! Der Bayern-Profi führte die Elf als Kapitän an. Der Sechser, diesmal ohne Toni Kroos an seiner Seite, setzte seine Vorderleute mit öffnenden Pässen in Szene. Konnte auch austeilen, sah Gelb (11.).

EMRE CAN, NOTE 2: Bei Juventus Turin nur Notnagel, ab und zu eingewechselt. Der treue Löw hält zum Ex-Bayern, erster Startelf-Einsatz seit einem Jahr. Rettete einmal stark im eigenen Strafraum (9.), erledigte seine defensiven Aufgaben souverän, hatte sogar das 3:0 (55.) auf dem Fuß.

KAI HAVERTZ, NOTE 2: Der Leverkusener Spielmacher durfte sich endlich mal von Beginn an zeigen. Und treffen. Vollendete Gnabrys Pass trocken zum ersten Tor im DFB-Trikot (beim sechsten Einsatz) – das 2:0. Viele feine Pässe.

Serge Gnabry einmal mehr Extraklasse

JULIAN BRANDT, NOTE 3: Der Neu-Dortmunder trug die "10" und sorgte gleich für viel Torgefahr. Vergab frei vor Marchesìn (14.). Aktivposten, immer unterwegs. Bei der WM nur Joker, empfahl sich für mehr Einsätze von Beginn an.

SERGE GNABRY, NOTE 1: Dank Freibrief von Löw ("Serge spielt bei mir immer") mit viel Selbstbewusstsein. Zeigte er beim 1:0: tolle Ballannahme und -weiterverarbeitung. Mit dem Außenrist rein. 10. Tor im 11. Länderspiel: irre Quote. Perfekte Vorlage zum 2:0.

LUCA WALDSCHMIDT, NOTE 3: Zweiter Debütant des Abends, wie Koch vom SC Freiburg. Eroberte vor dem 2:0 den Ball. Kombinierte frech und frei mit seinen neuen Nebenleuten. Ganz ohne Lampenfieber.

NADIEM AMIRI, NOTE 3: Kam in Minute 66 für Brandt, hatte weniger Szenen als der Dortmunder.

SUAT SERDAR, NOTE 3: Ersetzte Gnabry in Minute 70. Ging gleich mutig ins Dribbling, was gut ins Bild passte.

SEBASTIAN RUDY, OHNE NOTE: Kam zu spät für eine Bewertung.

 

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