Niederlage gegen Bamberg Meisterliche Lehrstunde für Bayern

Die Basketballer spielen in Bamberg lange gut mit – und bekommen beim 68:76 am Ende gezeigt, was ein echtes Spitzenteam ausmacht

 

BAMBERG Am Schluss saß Uli Hoeneß enttäuscht am Spielfeldrand. Sicher, die Basketballer des FC Bayern hatten bisher keine überzeugende Saison gespielt. Aber natürlich hatte sich der Bayern-Präsident am Sonntagnachmittag einen Sieg bei den Baskets Bamberg gewünscht – beim Serienmeister, der dominierenden Mannschaft im deutschen Basketball. Die dort steht, wie die Bayern mittelfristig selbst gerne einmal hinmöchten.


Drei Viertel lang lieferte sich die Mannschaft von Trainer Yannis Christopoulos beim 68:76 einen gleichwertiges Duell mit den Baskets – bekam in den letzten zehn Minuten aber dennoch gezeigt, was eine Spitzenmannschaft in knappen Spielen ausmacht: Ruhe, Abgeklärtheit und Starspieler, auf die ein Verein sich verlassen kann. „Es war keine deutliche Niederlage”, sagte Hoeneß nach dem Spiel auf „Kabel1” – „sondern eine Niederlage auf Augenhöhe”.


Ganze fünf Minuten und 42 Sekunden gelang es den Bayern nicht, im letzten Abschnitt einen Korb zu erzielen – Bamberg zog davon. Letztendlich waren es fünf Punkte von Anton Gavel, Bambergs unermüdlichem Antreiber, die die Partie entschieden. „Als er getroffen hat, war das Spiel vorbei”, erkannte auch Hoeneß, neben dem Ex-Vizepräsident Bernd Rauch und dessen Nachfolger Rudolf Schels das Spiel durchlitten. Sie sahen, wie sich die Bayern wehrten, bisweilen wild und fast verzweifelt kämpften, die Bamberger aber immer eine Antwort bereit hatten.


Besonders bitter: Bayerns Star-Zugang Yotam Halperin machte ein ganz enttäuschendes Spiel. Achtzehn Minuten stand der Kapitän der israelischen Nationalmannschaft auf dem Feld – er traf keinen einzigen Wurf. Brandon Thomas (16 Punkte), Chevon Troutman (14), Tyrese Rice (13) und Robin Benzing überzeugten – nur war das eben nicht genug.


Hoeneß machte Mut: „Wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Aber wir werden ihn gehen. Ich habe heute gesehen, dass wir ziemlich nah an der Spitze dran sind.” Der Traum vom Finale scheint aber vorerst einmal ausgeträumt: „Wenn weiter gut gearbeitet wird – und ich weiß, dass sehr gut gearbeitet wird, haben wir eine Chance auf die letzten Vier” – also auf das Halbfinale.


Eine erste Zwischenbilanz, was die Entwicklung der Mannschaft betrifft, will der Präsident zum Jahresende ziehen. Bisher haben die Bayern aus neun Spielen fünf gewonnen. Halbwegs ordentlich – aber nicht überzeugend. „Wir warten bis Weihnachten, dann reden wir wieder”, sagte Hoeneß.


Und kündigte, fast schon trotzig, an: „Sie können versichert sein, dass wir in zwei bis drei Jahren auch mit den Basketballern auf dem Marienplatz stehen werden.”

 

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